COVID-19: Ermüdungssymptome sind häufig11. März 2021 © fizkes – stock.adobe.com (Symbolbild) Patienten, die wegen einer schweren COVID-19-Erkrankung stationär behandelt werden, aber nicht maschinell beatmet werden müssen, entwickeln nach ihrer Entlassung wahrscheinlich keine langfristigen Lungenfunktionsstörungen, thromboembolischen Komplikationen oder Herzfunktionsstörungen. Das hat eine neue Studie ergeben, für die entsprechende Patienten bis zu 6 Wochen nach Entlassung nachbeobachtet wurden. Allerdings leiden diese Patienten offenbar häufig unter Ermüdungssymptomen. Man hatte in die Studie 33 Patienten aufgenommen und verschiedene körperliche Untersuchungen durchgeführt und Daten zur psychischen Gesundheit erhoben. Die Patienten wurden ohne prophylaktische Antikoagulation entlassen. Bei der Nachuntersuchung traten bei keinem Patienten thromboembolische Komplikationen auf. 11 Patienten (33%) litten an Atemnot, 11 (33%) hatten Husten und 15 (45%) zeigten Fatigue-Symptome. Die Lungenfunktionstests einschließlich Blutgasanalyse ergaben keine Einschränkungen (totale Lungenkapazität: Median 94% vom Soll [Interquartilsabstand, IQR 85–105]; Vitalkapazität: 93% [IQR 78–101]; FEV1: 95% [IQR 72–103]; FEV1/FVC 79% [IQR 76–85]; Sauerstoffpartialdruck: 72 mmHg [IQR 67–79]; Kohlendioxidpartialdruck: 38 mmHg [IQR 35–38]). Eine Ausnahme bildete eine leicht reduzierte Lungendiffusionskapazität (77% [IQR 69–95]). Die Studienautoren beobachteten bei den betroffenen Patienten keine echokardiographisch auffälligen Beeinträchtigungen. Die beim 6-Minuten-Gehtest zurückgelegte Gehstrecke war bei den meisten Patienten ohne Sauerstoffentsättigung verringert. Den standardisierten Fragebögen zufolge nahm die Lebensqualität ab, hauptsächlich aufgrund der verminderten Mobilität der Patienten (SGRQ-Aktivitätswert: 54 [IQR 19–78]). Indikatoren für Depressionen oder Angstzustände gab es keine. Fazit Patienten, die wegen einer schweren COVID-19-Erkrankung stationär behandelt werden, aber nicht maschinell beatmet werden müssen, entwickeln nach ihrer Entlassung wahrscheinlich keine langfristigen Lungenfunktionsstörungen, thromboembolischen Komplikationen oder Herzfunktionsstörungen. Allerdings leiden sie offenbar häufig unter Ermüdungssymptomen. (ac) Autoren: Daher A et al. Korrespondenz: Ayham Daher; [email protected] Studie: Follow up of patients with severe coronavirus disease 2019 (COVID-19): Pulmonary and extrapulmonary disease sequelae Quelle: Respir Med 2020;174:106197. Web: https://doi.org/10.1016/j.rmed.2020.106197
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