COVID-19: ERS fordert Sicherstellung innereuropäischen Transportes medizinischer Versorgungsgüter26. März 2020 Foto: © bluedesign/Adobe Stock Die European Respiratory Society (ERS) unterstützt in einer aktuellen Stellungnahme Stimmen, die vor Grenzkontrollen und Exportverboten warnen, da diese „einen enormen Einfluss auf den freien Transport medizinischer Grundgüter in ganz Europa haben“. „Jede Verzögerung im Versorgungsverkehr aufgrund geschlossener Grenzen gefährdet unsere Mitarbeiter im Gesundheitswesen und erhöht das Risiko für Patienten“, erklärt die ERS. ERS-Präsident Thierry Troosters erklärt: „Grenzbeschränkungen stellen eine unnötige und gefährliche Belastung für Intensivpflegesysteme dar, die bereits vor beispiellosen Herausforderungen stehen. Die unermüdlichen Bemühungen unserer Pneumologen und Intensivärzte werden nicht helfen, wenn sie sich nicht auf die Prinzipien des Binnenmarktes, die Solidarität zwischen den Mitgliedstaaten und die grenzüberschreitende Lieferkette für die wesentliche medizinische Versorgung verlassen können.“ Mit der Stellungnahme reagiert die ERS auf Berichte, wonach der Export medizinischer Hilfsgüter wie persönliche Schutzausrüstung (beispielsweiseAtemschutzmasken) aber auch Beatmungsgeräte, Testkits und Verbrauchsmaterialien, in EU-Mitgliedstaaten aufgrund von Exportverboten innerhalb der EU, die von mehreren Mitgliedsstaaten durchgesetzt wurden, stockt. Trotz einer europaweiten Ausfuhrgenehmigung hielten einige Mitgliedstaaten weiterhin an nationalen Ausfuhrverboten fest, so die ERS. Darüber hinaus hätten einige Mitgliedstaaten Grenzkontrollen eingeführt oder damit begonnen, LKW am Passieren von Grenzen zu hindern, was den freien Fluss lebenswichtiger Güter und Medikamente weiter gefährde, ergänzt die Fachgesellschaft. „Solche Maßnahmen verstoßen nicht nur gegen die Grundsätze des Binnenmarktes, sondern gefährden auch die europäische Bevölkerung, verlangsamen den wirksamen Kampf gegen das COVID-19-Virus und belasten die Beschäftigten im Gesundheitswesen vor allem unnötig“, heißt es in der Stellungnahme. „Die Auswirkungen der Exportverbote werden in den Gesundheitssystemen auf der ganzen Welt spürbar sein, da alle globalen Lieferketten miteinander verbunden sind“, erklärt Troosters. „Dies wird unzählige Leben unnötig gefährden. EU-Institutionen und nationale Regierungen müssen unverzüglich handeln, indem sie den freien Handel und den Warentransport unterstützen, um den freien Transport medizinischer Versorgungsgüter in der Region zu ermöglichen.“ Die ERS fordert alle Mitgliedstaaten nachdrücklich auf, im besten Interesse der europäischen öffentlichen Gesundheit zu handeln und dabei stets die Grundsätze des Binnenmarktes zu respektieren, insbesondere, wenn es um die Lieferungen von Gütern gehe, die in anderen Mitgliedstaaten in allen Bereichen der Gesundheitsversorgung Leben retten. Troosters fügt hinzu: „Wir fordern die Europäische Kommission auf, die kürzlich verabschiedeten Empfehlungen für Maßnahmen an Ländergrenzen uneingeschränkt zu fördern, um einen möglichst reibungslosen und freien Transport notwendiger medizinischer Versorgungsgüter zu gewährleisten. Wir begrüßen den jüngst erzielten Erfolg bei der Einrichtung von Korridoren für den Versand von medizinischen Hilfsgütern über die sogenannten Green Lanes. Wir hoffen, dass die Länder die Green-Lane-Empfehlungen einhalten und sicherstellen, dass diese Korridore während der anhaltenden Pandemie intakt bleiben.“
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