COVID-19: Fatigue und Dyspnoe persistieren bei 87 Prozent der Patienten2. Oktober 2020 © patrickjohn71 – stock.adobe.com (Symbolbild) Eine Arbeitsgruppe aus Italien zeigt in einer neuen Studie auf, dass 87,4% der darin eingeschlossenen Patienten, die sich von COVID-19 erholt hatten, in der Folgezeit davon berichteten, dass mindestens 1 Symptom anhielt. Dies war vor allem für Fatigue und Dyspnoe der Fall. In Italien habe ein großer Teil der COVID-19-Patienten Symptome gezeigt (71,4% von 31.845 bestätigten Fällen, Stand 03.06.2020). Häufig seien dabei Husten, Fieber, Dyspnoe und muskuloskelettale Symptome (Myalgie, Gelenkschmerzen, Fatigue) sowie gastrointestinale Symptome und Anosmie/Dysgeusie. Untersucht wurden nun persistierende Symptome bei Patienten, die nach der Genesung von COVID-19 aus dem Krankenhaus entlassen wurden. In die Analyse wurden 143 Patienten eingeschlossen. Das Durchschnittsalter betrug 56,5 (SD 14,6) Jahre (Bereich 19–84 Jahre), und 53 (37%) waren Frauen. Während des Krankenhausaufenthaltes aufgrund von COVID-19 hatten 72,7% der Teilnehmer Anzeichen einer interstitiellen Pneumonie gezeigt. Durchschnittlich waren die Patienten 13,5 (SD 9,7) Tage im Krankenhaus verblieben. Während dieser Zeit hatten 21 Patienten (15%) eine nicht invasive und 7 Patienten (5%) eine invasive Beatmung erhalten. Die Patienten wurden im Mittel 60,3 (SD13,6) Tage nach Auftreten des ersten COVID-19-Symptoms beurteilt. Zu diesem Zeitpunkt waren nur 18 (12,6%) vollständig frei von COVID-19-bezogenen Symptomen, während 32% über 1 oder 2 Symptome klagten. Mindestens 3 Symptome zeigten 55%. Keiner der Patienten litt an Fieber oder zeigte Anzeichen einer akuten Erkrankung. Bei 44,1% der Patienten wurde eine Verschlechterung der Lebensqualität beobachtet. Ein hoher Anteil der Patienten klagte immer noch über Fatigue (53,1%), Dyspnoe (43,4%), Gelenk- (27,3%) und Brustschmerzen (21,7%). Zu den Einschränkungen der Studie zählen den Forschern um Erstautor Dr. Angelo Carfi von der Fondazione Policlinico Universitario Agostino Gemelli IRCCS in Rom (Italien) zufolge das Fehlen von Informationen zur Symptomanamnese vor einer akuten COVID-19-Erkrankung und das Fehlen von Details zur Schwere der Symptome. Darüber hinaus handele es sich um eine monozentrische Studie mit einer relativ geringen Anzahl von Patienten und ohne eine Kontrollgruppe von Patienten, die aus anderen Gründen entlassen wurden. Patienten mit ambulant erworbener Pneumonie könnten ebenso anhaltende Symptome aufweisen, betonen die Forscher. Dies deute darauf hin, dass diese Befunde möglicherweise nicht ausschließlich für COVID-19 gelten. Die Studienautoren unterstreichen nichtsdestotrotz, dass sich Ärzte wie Forscher bisher auf die akute Phase von COVID-19 konzentriert hätten, dass aber eine kontinuierliche Überwachung von COVID-19-Patienten nach deren Entlassung auf dauerhafte Auswirkungen hin erforderlich sei. Fazit Die Studie zeigte, dass 87,4% der Patienten, die sich von COVID-19 erholt hatten, über das Fortbestehen von mindestens einem Symptom berichteten, insbesondere Fatigue und Dyspnoe. (ac) Autoren: Carfì A et al. Korrespondenz: Angelo Carfì; [email protected] Studie: Persistent Symptoms in Patients After Acute COVID-19 Quelle: JAMA 2020;324(6):603–605. Web: https://doi.org/10.1001/jama.2020.12603
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