COVID-19-Forschung: Studie zum Ansteckungsrisiko von Studierenden mit SARS-CoV-213. Oktober 2020 Foto: © Tobias Arhelger/Adobe Stock Haben Studierende ein besonders großes Risiko, sich mit SARS-CoV zu infizieren? Die Nutzung von Gemeinschaftseinrichtungen in Wohnheimen und ein besonderes Sozialverhalten könnten das mit sich bringen. Genauere Erkenntnisse dazu soll das Verbundprojekt „Bundesweites Forschungsnetz Angewandte Surveillance und Testung“, kurz B-Fast, unter Federführung der Universitäten Köln und Göttingen bringen, an der das Klinikum der Ruhr-Universität Bochum (RUB) beteiligt ist. Sie ist eines von 13 Verbundprojekten, die das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Nationalen Forschungsnetzwerks der Universitätsmedizin (NUM) mit insgesamt 150 Millionen Euro fördert. Kontaktreiche Szenarien In Gemeinschaftsräumen und Indoor-Sport-Anlagen kommt es häufig zu kontaktreichen Szenarien, die ein hohes Potenzial für lokale Ausbrüche von COVID-19 bieten. Um herauszufinden, welche Folgen das Zusammenleben von Studierenden in Wohnheimen hat, werden die Bochumer Forscherinnen und Forscher rund 900 Personen über 16 Wochen hinweg zu vier Zeitpunkten im Abstand von je fünf bis sieben Wochen sowohl auf die Infektion mit SARS-CoV als auch auf Antikörper testen. „Die Studie hilft uns, das Infektionsrisiko der Studentinnen und Studenten in den jeweiligen Studentenwohnheimen einzuschätzen und kann somit zur Ausbreitungsprävention beitragen“, so Prof. Wolfgang E. Schmidt, Direktor der RUB-Klinik für Innere Medizin im St. Josef Hospital und Leiter der Bochumer Teilstudie. Das Forschungsteam erhofft sich auch Schlussfolgerungen für die Optimierung des universitären Präsenzunterrichts. Die gewonnenen Daten können außerdem Erkenntnisse zur Ausbreitung der Infektion in einer häufig asymptomatisch erkrankten Bevölkerungsgruppe liefern. Alle Bewohner werden angeschrieben Eingeschlossen werden sollen Studierende, die in einem Wohnheim des Akademischen Förderungswerks der RUB innerhalb des Bochumer Stadtgebietes wohnen. Alle potenziellen Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden angeschrieben. Alle Teilnehmenden werden über das Ergebnis des Abstriches und der Antikörperuntersuchung sowie über die Interpretation dieser Befunde informiert. Neben den Virus- und Antikörpertests gehört zur Studie ein Online-Fragebogen zu typischen Symptomen einer SARS-CoV-Infektion, zum Risikoverhalten, zu Wohnsituation und Wohnverhalten. Unter allen Teilnehmenden werden zehn Preise mit einem Gesamtwert von 1.900 Euro verlost. Das Verbundprojekt Das Verbundprojekt „Bundesweites Forschungsnetz Angewandte Surveillance und Testung“, kurz B-Fast, in das auch die Studie eingegliedert ist, wird von der Universitätsklinik Köln (Prof. Gerd Fätkenheuer) zusammen mit Prof. Simone Scheithauer, Direktorin des Instituts für Krankenhaushygiene und Infektiologie der Universitätsmedizin Göttingen, koordiniert. Im bundesweiten Forschungsnetz „Angewandte Surveillance und Testung“ sollen geeignete Grundlagen entwickelt werden, um die Corona-Pandemie besser steuern und eindämmen zu können.
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