COVID-19-Impfung bei Krebspatienten: Geringere Wirksamkeit als in der Allgemeinbevölkerung19. August 2022 © Thaut Images – stock.adobe.com (Symbolbild) Wissenschaftler aus Großbritannien bewerteten bei Krebspatienten die Wirksamkeit der COVID-19-Impfung (BNT162b2 und ChAdOx1 nCov-19). Für ihre bevölkerungsbasierte, testnegative Fall-Kontroll-Studie werteten die Forschenden Daten des Registers des UK Coronavirus Cancer Evaluation Project (UKCCEP) zu allen SARS-CoV-2-PCR-Testergebnissen, Impfdokumentationen, demografischen Patientendaten und Meldungen zu Krebserkrankungen aus England aus (Zeitraum 08.12.2020–15.10.2021). Erwachsene mit Krebserkrankung, die im UKCCEP-Register aufgeführt waren, wurden über das Rapid Cancer Registration Dataset von Public Health England identifiziert (01.01.2018–30.04.2021) und umfassten die Krebskohorte. Die Wissenschaftler konstruierten eine Kontrollpopulationskohorte aus Erwachsenen mit PCR-Tests im UKCCEP-Register, die nicht im Rapid Cancer Registration Dataset enthalten waren. Die koprimären Endpunkte bestanden in der Gesamtwirksamkeit des Impfstoffes gegen Durchbruchinfektionen nach der 2. Dosis (positiver PCR-COVID-19-Test) und der Wirksamkeit des Impfstoffes gegen Durchbruchinfektionen 3–6 Monate nach der 2. Dosis in der Krebskohorte und der Kontrollpopulation. Die Krebskohorte umfasste 377.194 Personen, von denen 42.882 eine Durchbruchinfektionen erlitten. Die Kontrollpopulation bestand aus 28.010.955 Personen, bei 5.748.708 SARS-CoV-2-Durchbruchinfektionen. Die Gesamtwirksamkeit der Impfung betrug 69,8% (95%-KI 69,8–69,9) in der Kontrollpopulation und 65,5% (95%-KI 65,1–65,9) in der Krebskohorte. Die Wirksamkeit der Impfungen fiel nach 3–6 Monaten in der Krebskohorte geringer aus (47,0%; 95%-KI 46,3–47,6) als in der Kontrollpopulation (61,4%; 95%-KI 61,4–61,5). Fazit Wissenschaftler aus Großbritannien bewerten eine COVID-19-Impfung (BNT162b2 von BioNTech/Pfizer und ChAdOx1 nCov-19 von AstraZeneca) bei Krebspatienten als wirksam, allerdings mit einem unterschiedlichen Schutz vor Durchbruchinfektionen. Die Forschenden stellten in ihrer aktuellen Studie – durchgeführt, als in Großbritannien die Delta-Variante von SARS-CoV-2 (B.1.617.2) vorherrschte – auch fest, dass die Wirksamkeit der Impfstoffe bei Krebspatienten geringer war als in der Allgemeinbevölkerung. (ac) Autoren: Lee LYW et al. Korrespondenz: Lennard Y. W. Lee; [email protected] Studie: Vaccine effectiveness against COVID-19 breakthrough infections in patients with cancer (UKCCEP): a population-based test-negative case-control study Quelle: Lancet Oncol 2022;23(6):748-757. Web: https://doi.org/10.1016/S1470-2045(22)00202-9
Mehr erfahren zu: "Badeunfall: Kein Sprung in flaches Wasser" Badeunfall: Kein Sprung in flaches Wasser Die DGOU macht zur Badesaison auf das Risiko von Querschnittlähmungen nach Kopfsprüngen aufmerksam. Vor dem Sprung solle die Wassertiefe geprüft und auf Kopfsprünge in trübes Wasser grundsätzlich verzichtet werden, ebenso […]
Mehr erfahren zu: "Schleswig-Holstein: Uniklinikum behandelte bereits 1200 Menschen mit E-Scooter-Unfällen" Schleswig-Holstein: Uniklinikum behandelte bereits 1200 Menschen mit E-Scooter-Unfällen Jeder sechste Unfall mit E-Scootern steht unter Alkoholverdacht – und junge Männer sind besonders häufig betroffen. Was steckt hinter dem Anstieg der Notfälle in Kiel und Lübeck?
Mehr erfahren zu: "„Gute“ Immunzellen helfen bei der Regeneration von Rückenmarksverletzungen" „Gute“ Immunzellen helfen bei der Regeneration von Rückenmarksverletzungen Ein Forschungsteam hat den Mechanismus entschlüsselt, wie bei Zebrafischen Schäden am Rückenmark vollständig heilen. Bestimmte Immunzellen regulieren die Entzündung herunter, damit die Nervenregeneration ermöglicht wird.