COVID-19-Impfung: Metaanalyse bestätigt geringes Gesamtrisiko für Myoperikarditis2. September 2022 © Yuliia – stock.adobe.com (Symbolbild) Wissenschaftler untersuchten in einer systematischen Übersichtsarbeit und Metaanalyse das Gesamtrisiko einer Myoperikarditis nach einer COVID-19-Impfung. Für Ihre Analyse verwendeten sie englischsprachige Arbeiten, die im Zeitraum 01.01.1947–31.12.2021 in 4 internationalen Datenbanken aufgeführt wurden und in denen zur Inzidenz von Myoperikarditis nach Impfung als primärer Endpunkt geforscht worden war. Eingeschlossen wurden Studien, in denen über Personen aus der Allgemeinbevölkerung berichtet wurde, die in einem zeitlichen Zusammenhang mit einer Impfung an einer Myoperikarditis litten. Nicht berücksichtigt wurden Arbeiten zu bestimmten Subpopulation von Patienten sowie Studien, die nicht an Menschen durchgeführt worden waren und Arbeiten, in denen keine Angaben zur Anzahl der Impfdosen gemacht wurden. Die Wissenschaftler führten Random-Effects-Metaanalysen durch und bewerteten das studieninterne Verzerrungsrisiko und die Evidenzsicherheit. Man analysierte den Unterschied in der Myoperikarditis-Inzidenz zwischen Subpopulationen, stratifiziert nach Art des Impfstoffes (COVID-19 vs. Nicht-COVID-19) und Altersgruppe (Erwachsene vs. Kinder). Bei den COVID-19-Impfungen untersuchten die Forschenden die Auswirkung der Art des Impfstoffes (mRNA oder Nicht-mRNA), des Geschlechts, des Alters und der Impfdosis auf das Auftreten einer Myoperikarditis. Die Myoperikarditis-Gesamtinzidenz aus 22 Studien (405.272.721 Impfdosen) betrug 33,3 Fälle (95%-KI 15,3–72,6) pro Mio. Impfdosen und unterschied sich nicht signifikant zwischen Personen, die COVID-19-Impfstoffe (18,2 [10,9–30,3], 11 Studien [395.361.933 Impfdosen], hohe Sicherheit) und denjenigen, die Nicht-COVID-19-Impfstoffe erhalten haben (56,0 [10,7–293,7], 11 Studien [9.910.788 Impfdosen], moderate Sicherheit; p=0,20). Im Vergleich zu einer COVID-19-Impfung war die Myoperikarditis-Inzidenz nach einer Pockenimpfung signifikant höher (132,1 [81,3–214,6]; p<0,0001), unterschied sich jedoch nicht signifikant von der nach einer Influenza-Impfung (1,3 [0,0–884,1]; p=0,43) oder in Studien, die über verschiedene andere Nicht-Pocken-Impfungen berichten (57,0 [1,1–3036,6]; p=0,58). Laut den für die Metaanalyse verantwortlichen Autoren war die Myoperikarditis-Inzidenz zudem unter Personen, die COVID-19-Impfstoffe erhielten, signifikant höher bei Männern (vs. Frauen) sowie bei Personen im Alter <30 Jahren (vs. ≥30 Jahre), nach Erhalt eines mRNA-Impfstoffes (vs. Nicht-mRNA-Impfstoffe) sowie nach einer 2. Dosis des Impfstoffes (vs. 1. oder 3. Impfung). Fazit Das in der Metaanalyse beobachtete Gesamtrisiko einer Myoperikarditis nach einer COVID-19-Impfung war gering. Der aktuellen Auswertung zufolge jedoch ist die Myoperikarditis-Inzidenz bei Jüngeren höher, insbesondere dann, wenn sie einen mRNA-Impfstoff erhalten haben. Dennoch sollten die Risiken solcher seltenen unerwünschten Ereignisse gegen die Risiken einer COVID-19-Infektion (einschließlich Myoperikarditis) abgewogen werden, betonen die Verfasser der Übersichtsarbeit. (ac) Autoren: Ling RR et al. Korrespondenz: Kollengode Ramanathan; [email protected] Studie: Myopericarditis following COVID-19 vaccination and non-COVID-19 vaccination: a systematic review and meta-analysis Quelle: Lancet Respir Med 2022;10(7):679–688. Web: https://doi.org/10.1016/S2213-2600(22)00059-5
Mehr erfahren zu: "Badeunfall: Kein Sprung in flaches Wasser" Badeunfall: Kein Sprung in flaches Wasser Die DGOU macht zur Badesaison auf das Risiko von Querschnittlähmungen nach Kopfsprüngen aufmerksam. Vor dem Sprung solle die Wassertiefe geprüft und auf Kopfsprünge in trübes Wasser grundsätzlich verzichtet werden, ebenso […]
Mehr erfahren zu: "Schleswig-Holstein: Uniklinikum behandelte bereits 1200 Menschen mit E-Scooter-Unfällen" Schleswig-Holstein: Uniklinikum behandelte bereits 1200 Menschen mit E-Scooter-Unfällen Jeder sechste Unfall mit E-Scootern steht unter Alkoholverdacht – und junge Männer sind besonders häufig betroffen. Was steckt hinter dem Anstieg der Notfälle in Kiel und Lübeck?
Mehr erfahren zu: "„Gute“ Immunzellen helfen bei der Regeneration von Rückenmarksverletzungen" „Gute“ Immunzellen helfen bei der Regeneration von Rückenmarksverletzungen Ein Forschungsteam hat den Mechanismus entschlüsselt, wie bei Zebrafischen Schäden am Rückenmark vollständig heilen. Bestimmte Immunzellen regulieren die Entzündung herunter, damit die Nervenregeneration ermöglicht wird.