COVID-19: Längere Virusausscheidung über untere Atemwege7. April 2021 © Nenad – stock.adobe.com (Symbolbild) Eine chinesische Arbeitsgruppe hat sich der Frage angenommen, wie lange SARS-CoV-2-RNA in Proben der oberen und unteren Atemwege von Infizierten zu finden ist und welche Risikofaktoren mit der Dauer der Virusausscheidung verbunden sind. In die Studie wurden 68 COVID-19-Patienten aufgenommen. Man führte SARS-CoV-2-RNA-Nachweise an gepaarten Proben aus Nasopharynxabstrichen (NPS) und Sputum durch. Bei 48 Patienten (70,6%) wurde SARS-CoV-2-RNA in NPS und bei 30 Patienten (44,1%) im Sputum nachgewiesen. Die mediane Dauer der Virusausscheidung war in Sputumproben (34 Tage; Interquartilsabstand [IQR] 24–40) signifikant länger als bei NPS (19 Tage; IQR 14–25; p<0,001). Höheres Alter stellte einen unabhängigen Faktor für eine längere Dauer der Virusausscheidung dar (HR 1,71; 95%-KI 1,01–2,93). Bemerkenswert fanden die Autoren, dass bei 9 Patienten virale RNA im Sputum nachgewiesen wurde, nachdem der NPS negativ geworden war. Chronische Lungenerkrankungen und Steroide waren mit dem Virusnachweis im Sputum verbunden. Bei Diabetes mellitus war dies sowohl im NPS als auch im Sputum der Fall. FazitDiese Ergebnisse könnten sich auf Entlassungskriterien auswirken, die auf der getesteten Clearance beruhen, formulieren die Forscher, da COVID-19-Patienten das Virus möglicherweise länger über die unteren Atemwege ausscheiden. Dies wiederum könne Auswirkungen auf ein längeres Übertragungsrisiko haben. Darüber hinaus sollte den Wissenschaftlern zufolge älteren Patienten mit möglicherweise prolongierter Virusausscheidung mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden. (ac) Autoren: Wang K et al.Korrespondenz: Xiaodong Wu; [email protected]Studie: Differences of Severe Acute Respiratory Syndrome Coronavirus 2 Shedding Duration in Sputum and Nasopharyngeal Swab Specimens Among Adult Inpatients With Coronavirus Disease 2019Quelle: Chest 2020;158(5):1876–1884.Web: https://doi.org/10.1016/j.chest.2020.06.015 Registrieren Sie sich hier einfach kostenlos für den wöchentlichen Newsletter.
Mehr erfahren zu: "Badeunfall: Kein Sprung in flaches Wasser" Badeunfall: Kein Sprung in flaches Wasser Die DGOU macht zur Badesaison auf das Risiko von Querschnittlähmungen nach Kopfsprüngen aufmerksam. Vor dem Sprung solle die Wassertiefe geprüft und auf Kopfsprünge in trübes Wasser grundsätzlich verzichtet werden, ebenso […]
Mehr erfahren zu: "Schleswig-Holstein: Uniklinikum behandelte bereits 1200 Menschen mit E-Scooter-Unfällen" Schleswig-Holstein: Uniklinikum behandelte bereits 1200 Menschen mit E-Scooter-Unfällen Jeder sechste Unfall mit E-Scootern steht unter Alkoholverdacht – und junge Männer sind besonders häufig betroffen. Was steckt hinter dem Anstieg der Notfälle in Kiel und Lübeck?
Mehr erfahren zu: "„Gute“ Immunzellen helfen bei der Regeneration von Rückenmarksverletzungen" „Gute“ Immunzellen helfen bei der Regeneration von Rückenmarksverletzungen Ein Forschungsteam hat den Mechanismus entschlüsselt, wie bei Zebrafischen Schäden am Rückenmark vollständig heilen. Bestimmte Immunzellen regulieren die Entzündung herunter, damit die Nervenregeneration ermöglicht wird.