COVID-19: Mögliche Erklärung für unterschiedliche Immunantwort bei Männern und Frauen11. Mai 2021 © Евгений Шемякин – stock.adobe.com (Symbolbild) Es gibt zunehmend Hinweise darauf, dass COVID-19 bei Männern schwerwiegendere Symptome und eine höhere Mortalität hervorruft als bei Frauen. Ob sich die Immunantworten gegen SARS-CoV-2 zwischen den Geschlechtern unterscheiden und ob diese Unterschiede mit den geschlechtsspezifischen Unterschieden im Krankheitsverlauf von COVID-19 korrelieren, war bisher noch nicht erforscht worden. Die neue Studie von Dr. Takehiro Takahashi von der Yale University (USA) bemühte sich jetzt um Aufklärung. Die Ergebnisse der Studie konnten eine mögliche Erklärung für die beobachtete geschlechtsbezogene Verzerrungen bei COVID-19 liefern. Außerdem bilden sie eine wichtige Grundlage für die Entwicklung eines geschlechtsspezifischen Ansatzes zur Behandlung und Pflege von männlichen und weiblichen COVID-19-Patienten. Im Detail untersuchten die Forscher in ihrer Studie geschlechtsspezifische Unterschiede bei Viruslast, SARS-CoV-2-spezifischen Antikörpertitern und Plasmazytokinen. Zudem erfolgte bei COVID-19-Patienten mit moderatem Verlauf und ohne Erhalt von immunmodulatorischen Medikamente eine Phänotypisierung der Blutzellen. Es stellte sich heraus, dass männliche Patienten höhere Plasmaspiegel von angeborenen Immunzytokinen wie Interleukin(IL)-8 und IL-18 und eine robustere Induktion nicht klassischer Monozyten aufwiesen. Im Gegensatz dazu hatten weibliche Patienten während einer SARS-CoV-2-Infektion eine robustere T-Zell-Aktivierung als männliche Patienten. Die Wissenschaftler konnten insbesondere zeigen, dass eine schlechte T-Zell-Reaktion negativ mit dem Alter der Patienten korrelierte und mit einem schlechteren Krankheitsverlauf bei männlichen aber nicht weiblichen Patienten assoziiert war. Im Gegensatz dazu waren höhere Spiegel angeborener Immunzytokine bei weiblichen aber nicht männlichen Patienten mit einem schlechteren Krankheitsverlauf verbunden. Fazit Angeborene Immunzytokine und eine unterschiedliche T-Zell-Aktivierung tragen möglicherweise zu den geschlechtsspezifischen Unterschieden bei einer Immunantwort gegen SARS-CoV-2 bei. (sh) Autoren: Takahashi T et al. Korrespondenz: Takehiro Takahashi; [email protected] Studie: Sex differences in immune responses that underlie COVID-19 disease outcomes Quelle: Nature 2020;588(7837):315–320. Web: https://doi.org/10.1038/s41586-020-2700-3
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