COVID-19: Monoklonaler Antikörper senkt Risiko für kombinierten Endpunkt21. Juli 2022 © DC Studio – stock.adobe.com (Symbolbild) Eine im „The Journal of the American Medical Association“ veröffentlichte Studie untersuchte die Wirkung eines neutralisierenden Antikörpers bei nicht hospitalisierten Patienten mit leichter bis mittelschwerer COVID-19-Erkrankung. Der in der Studie untersuchte kombinierte Endpunkt setzte sich zusammen aus einer Krankenhauseinweisung aus jedwedem Grund oder Tod bis zu Tag 29. Die randomisierte klinische Studie mit 1057 Patienten wurde an 57 Standorten in Brasilien, Kanada, Peru, Spanien und den USA durchgeführt (27.08.2020–11.03.2021; Follow-up-Daten bis 08.04.2021). Die Probanden erhielten randomisiert (1:1) 1 intravenöse Infusion mit 500 mg Sotrovimab (n=528) oder Placebo (n=529). Primärer Endpunkt war der Anteil der Patienten mit COVID-19-Progression bis Tag 29 (Krankenhausaufenthalt aus allen Gründen mit einer Dauer von >24 h zur akuten Krankheitsbehandlung oder bis zum Tod). In hierarchischer Reihenfolge wurden zudem 5 sekundäre Endpunkte untersucht, einschließlich einer Kombination aus einem Besuch einer Notaufnahme (ED) wegen aller Ursachen, Krankenhausaufenthalt beliebiger Dauer zur Behandlung akuter Erkrankungen oder Tod bis zum 29. Tag und Progression hin zu einer schweren oder kritischen COVID-19-Erkrankung, die die Gabe von Sauerstoff oder eine maschinelle Beatmung erforderte. Die Rekrutierung für die Studie wurde aufgrund der Wirksamkeit bei der vorab festgelegten Zwischenanalyse vorzeitig abgebrochen. Unter 1057 randomisierten Patienten (medianes Alter 53 Jahre [Interquartilsabstand (IQR) 42–62]; 20% ≥65 Jahre; 65% lateinamerikanischer Abstammung) betrug die mediane Dauer der Nachbeobachtung 103 Tage für Sotrovimab und 102 Tage für Placebo. Krankenhausaufenthalte aus allen Gründen von >24 h Dauer oder Todesfälle waren unter Sotrovimab (6/528 [1%]) im Vergleich zu Placebo (30/529 [6%]) signifikant reduziert (adjustiertes relatives Risiko [aRR] 0,21; 95%-KI 0,09–0,50; absolute Differenz –4,53%; 95%-KI –6,70 bis –2,37; p<0,001). Vier der 5 sekundären Endpunkte fielen zugunsten von Sotrovimab statistisch signifikant aus, darunter weniger Besuche in der Notaufnahme, Krankenhausaufenthalt oder Tod (13/528 [2%] für Sotrovimab gegenüber 39/529 [7%] für Placebo; aRR 0,34; 95%-KI 0,19–0,63; absolute Differenz –4,91%; 95%-KI –7,50 bis –2,32; p<0,001) und Progression (7/528 [1%] für Sotrovimab vs. 28/529 [5%] für Placebo; aRR 0,26; 95%-KI 0,12–0,59; absolute Differenz –3,97%; 95%-KI –6,11 bis –1,82; p=0,002). Nebenwirkungen traten selten und in beiden Behandlungsgruppen ähnlich häufig auf (22% für Sotrovimab vs. 23% für Placebo). Dabei waren die häufigsten Ereignisse Diarrhoe unter Sotrovimab (n=8; 2%) und COVID-19-Pneumonie unter Placebo (n=22; 4%). Fazit Bei nicht hospitalisierten Patienten mit leichter bis mittelschwerer COVID-19-Erkrankung und ≥1 Risikofaktor für eine Progression reduziert eine intravenöse Einzeldosis des neutralisierenden Antikörpers Sotrovimab im Vergleich zu Placebo das Risiko für einen kombinierten Endpunkt signifikant. Die Ergebnisse der Studie bestätigten Sotrovimab als Behandlungsoption für die genannte Patientengruppe, schreiben die Autoren, obwohl die Wirksamkeit gegen SARS-CoV-2-Varianten, die seit Abschluss der Studie aufgetaucht sind, unbekannt sei. (ac) Autoren: Gupta A et al. Korrespondenz: Adrienne E. Shapiro; [email protected] Studie: Effect of Sotrovimab on Hospitalization or Death Among High-risk Patients With Mild to Moderate COVID-19: A Randomized Clinical Trial Quelle: JAMA 2022;327(13):1236–1246. Web: https://doi.org/10.1001/jama.2022.2832
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