COVID-19: Negative Auswirkungen auf bestehende und neue Kopfschmerzen21. Oktober 2021 © fizkes – stock.adobe.com (Symbolbild) Eine kürzlich im „Journal of Headache and Pain“ veröffentlichte Querschnittstudie ging der Frage nach, inwieweit sich eine COVID-19-Erkrankung auf bereits bestehende sowie die Entwicklung neuer Kopfschmerzen auswirkt. In der untersuchten Population verstärkte eine SARS-CoV-2-Infektion primäre Kopfschmerzen und war die Ursache für De-novo-Kopfschmerzen, welche jedoch vielfach innerhalb eines Monats verschwanden. Eingeschlossene Personen (n=121; Durschnittsalter 35,29 ±9,54 Jahre; 83,5% Frauen) hatten eine PCR-bestätigte SARS-CoV-2-Infektion und stellten sich innerhalb von 3 Monaten in einer Kopfschmerzklinik vor. Die Forschungsgruppe um Dr. Jasem Youssef Al-Hashel vom Ibn Sina Hospital an der Kuwait University in Safat (Kuwait) teilte die Studienteilnehmer in 2 Kategorien ein, je nachdem, ob die Kopfschmerzen bereits zuvor vorhanden oder neu aufgetreten waren. Vor der SARS-CoV-2-Infektion litten 78 (64,5%) Studienteilnehmer an Migräne und 11 (9,1%) an Kopfschmerzen vom Spannungstyp, während 32 (26,4%) über neu auftretende Kopfschmerzen berichteten. Die Anzahl der Kopfschmerztage nach der COVID-19-Erkrankung stieg signifikant auf 11,09 ±8,45 Tage im Vergleich zu 8,66 ±7,49 Tagen vor der Infektion (p<0,006). Auch der Gebrauch von Analgetika nahm bei Migränepatienten nach der Infektion signifikant zu (2,31 ±1,65 vs. 3,05 ±2,09 Tage mit Analgetika/Monat; p=0,002). Bei Patienten mit Spannungskopfschmerzen war eine statistisch signifikante Zunahme der Schwere (5,556 ±1,86 vs. 7 ±2,25 Punkte auf der visuellen Analogskala [VAS] mit 0–10 Punkten; p=0,033) und Häufigkeit (7 ±6,29 vs. 12,72 ±7,96 Tage/Monat; p=0,006) der Kopfschmerzattacken zu verzeichnen. Bifrontale und temporale Kopfschmerzen waren die am häufigsten genannten Lokalisationen (jeweils 40,6%) in der Gruppe der De-novo-Kopfschmerzen. Patienten <40 Jahre hatten eine längere Dauer der Kopfschmerzattacke (18,50 ±16,44 vs. 5,5 ±9,07; p=0,045) nach COVID-19. Männliche Patienten hatten im Vergleich zu weiblichen Patienten stärkere Kopfschmerzen nach COVID-19 (8,66 ±1,15 vs. 5,93 ±2,01 VAS-Punkte; p=0,04). De-novo-Kopfschmerzen verschwanden bei den meisten Studienteilnehmern (65,3%) innerhalb eines Monats. Fazit In der untersuchten Population verstärkte eine SARS-CoV-2-Infektion primäre Kopfschmerzen und war die Ursache für De-novo-Kopfschmerzen, welche jedoch vielfach innerhalb eines Monats verschwanden. Junge männliche Patienten haben in der Regel schlimmere Kopfschmerzen. (ah) Autoren: Al-Hashel JY et al. Korrespondenz: Jasem Al-Hashel; [email protected] Studie: Coronavirus disease-19 and headache; impact on pre-existing and characteristics of de novo: a cross-sectional study Quelle: J Headache Pain 2021;22(1):97. Web: https://doi.org/10.1186/s10194-021-01314-7
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