COVID-19: Neue Behandlungsempfehlungen auf Intensivstation1. März 2021 Behandlung von COVID-19-Patienten auf der Intensivstation im Universitätsklinikum Jena: Ergebnisse der REMAP-CAP-Studiengruppe belegen den Nutzen monoklonaler Antikörper für schwer erkrankte Patienten. Foto: UKJ In einer internationalen Kooperation testet die REMAP-CAP-Studiengruppe bekannte Wirkstoffe in der Behandlung von COVID-19. Ihre jetzt im „New England Journal of Medicine“ veröffentlichten Ergebnisse belegen für schwer erkrankte PatientInnen den Nutzen monoklonaler Antikörper in Ergänzung zu Kortisonpräparaten. Die REMAP-CAP-Studiengruppe ist ein von IntensivmedizinerInnen und InfektiologInnen aufgebauter Zusammenschluss von Intensivstationen in 14 Ländern in Europa, Kanada, USA, Australien, Neuseeland und Saudi-Arabien. In dieser einzigartigen weltweiten Kooperation führt die Gruppe randomisierte klinische Tests in einer laufenden internationalen, multifaktoriellen, adaptiven Plattformstudie durch, um die Wirksamkeit bekannter Medikamente in der COVID-19-Pandemie zu untersuchen. Die aus derzeit 25 Intensivstationen bestehende Studienbeteiligung in Deutschland wird am Zentrum für Klinische Studien des Universitätsklinikums Jena (UKJ) koordiniert. In einer jetzt im „New England Journal of Medicine“ erschienenen Arbeit berichten die ÄrztInnen von einer Studie, die den Einsatz von monoklonalen Antikörpern bei COVID-19-Erkrankungen mit sehr schwerem Verlauf testete. Die Wirkstoffe Tocilizumab und Sarilumab werden seit Jahren bei rheumatischer Arthritis eingesetzt. Sie blockieren den Rezeptor für das entzündungsfördernde Interleukin-6. Auf diese Weise, so die Studienhypothese, könnte die organschädigende Entzündungsantwort gemildert werden. Diese Vermutung konnte die randomisierte kontrollierte Studie mit 800 Intensivpatienten, von denen 70 Prozent eine künstliche Beatmung erhielten, bestätigen. Die Hälfte der Patienten erhielt die Studienmedikamente innerhalb eines Tages, nachdem eine Unterstützung der Organfunktionen notwendig geworden war. „In der Folge benötigten diese Patienten zehn Tage weniger eine Organunterstützung als die Kontrollgruppe, auch konnte das Risiko zu versterben um ein Viertel gesenkt werden“, fasst Frank Brunkhorst das Ergebnis zusammen. Der Leiter des Studienzentrums und Professor für klinische Sepsisforschung am UKJ ist als Mitglied der globalen Lenkungsgruppe mitverantwortlich für Design und Protokolle der REMAP-CAP-Studien. „Neben den Kortikosteroiden steht uns damit eine zweite gut bekannte und sichere Wirkstoffgruppe zur Verfügung, deren Einsatz bei der Behandlung schwerer COVID-19-Verläufe nachweislich wirksam ist.“ Die kürzlich als Preprint veröffentlichten Ergebnisse der britischen RECOVERY-Studiengruppe haben den Nutzen von Tocilizumab auch bei weniger schwer kranken hospitalisierten Patienten eindrucksvoll bestätigt.
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