COVID-19: Phospholipase A2 als Marker und therapeutisches Ziel?1. März 2022 © Seventyfour – stock.adobe.com (Symbolbild) Es besteht immer noch ein dringender Bedarf an einer Identifizierung der zellulären und molekularen Mechanismen, die für schwere und zum Tod führende COVID-19-Verläufe verantwortlich sind. In einer Studie identifizierten Prof. Justin Snider von der University of Arizona (USA) und seine Kollegen jetzt mithilfe von klinisch getesteten Inhibitoren die sekretierte Phospholipase A2 der Gruppe IIA (sPLA2-IIA) als Marker und therapeutisches Ziel zur Senkung der COVID-19-Mortalität. Das Forschungsteam führte an 127 Plasmaproben ungezielte und gezielte Lipidomics-Analysen sowie fokussierte biochemische Analysen durch. Patienten mit schwerem COVID-19 wiesen erhöhte Metabolitenspiegel auf, die mit der sPLA2-Aktivität und mitochondrialen Dysfunktionen assoziiert waren. Des Weiteren zeigten verstorbene COVID-19-Patienten höhere Spiegel zirkulierender, katalytisch aktiver sPLA2-IIA. Im Median war der Wert im Vergleich zu Patienten mit leichter Erkrankung 9,6-mal höher und bei Überlebenden eines schweren COVID-19-Verlaufs median 5,0-mal höher. Die erhöhten sPLA2-IIA-Spiegel traten parallel zu mehreren Indizes (z.B. Nierenfunktionsstörung, Hypoxie, multiple Organdysfunktion) eines schweren COVID-19-Verlaufs auf. Ein durch maschinelles Lernen generierter Entscheidungsbaum identifizierte die sPLA2-IIA-Werte als einen zentralen Knotenpunkt bei der Stratifizierung von Patienten, die an COVID-19 verstarben. Random-Forest- und LASSO-Regressionsanalysen erkannten unter 80 klinischen Indizes sPLA2-IIA und Blut-Harnstoff-Stickstoff (BUN) als Schlüsselvariablen bei der Vorhersage der COVID-19-Mortalität. Die Kombination von sPLA2-IIA und BUN schnitt dabei sogar signifikant besser ab als jeder einzelne Wert für sich genommen. Die Wissenschaftler bestätigten auch in einer zusätzlichen unabhängigen Kohorte (n=154) höhere Plasma-sPLA2-IIA-Spiegel bei verstorbenen Patienten im Vergleich zu Patienten mit schweren oder milden COVID-19-Verläufen. Auch der sPLA2-IIA-BUN-indexbasierte Entscheidungsbaum konnte die Patienten der Kohorte laut den Autoren zufriedenstellend nach leichten, schweren und tödlichen COVID-19 Verläufen einteilen. Fazit In der Studie identifizierten Forschende mithilfe von klinisch getesteten Inhibitoren die sekretierte Phospholipase A2 der Gruppe IIA (sPLA2-IIA) als Marker und therapeutisches Ziel zur Senkung der COVID-19-Mortalität. (sh) Autoren: Snider JM et al. Korrespondenz: Justin Snider; [email protected] Studie: Group IIA secreted phospholipase A2 is associated with the pathobiology leading to COVID-19 mortality Quelle: J Clin Invest 2021;131(19):e149236. Web: https://doi.org/10.1172/JCI149236
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