COVID-19: Präklinische Studie mit attenuiertem Lebendimpfstoff

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Zugelassene SARS-CoV-2-Impfstoffe sind zwar gegen schwere Verläufe einer COVID-19-Erkrankung wirksam, es ist jedoch eine breitere Immunität gegen neue Varianten und Übertragungen erforderlich. Aus diesem Grund entwickelte eine Forschungskooperation von Instituten aus Deutschland und der Schweiz im Rahmen ihrer Studie einen genommodifizierten attenuierten Lebendimpfstoff (LAV) gegen SARS-CoV-2.

Die Entwicklung des neuen Impstoffs gelang Erstautor Jacob Schön vom Friedrich-Loeffler-Institut (Greifswald – Insel Riems) und seinem Team, indem sie das SARS-CoV-2-Genom einschließlich der „One to Stop“(OTS)-Codons neu kodierten. Im Detail deaktivierten sie die Translationsrepression des Gens Nsp1 für das Nichtstrukturprotein 1 von SARS-CoV-2 und entfernten ORF6, ORF7ab und ORF8 zur Verstärkung der Immunantwort des Wirtes. Die zusätzliche Entfernung der polybasischen Spikeprotein-Spaltungsstelle diente dazu, das Sicherheitsprofil des neuartigen Impfstoffes zu optimieren.

Die resultierenden OTS-modifizierten SARS-CoV-2-LAVs nannten die Wissenschaftler OTS-206 und OTS-228. Sie sind genetisch stabil und können intranasal verabreicht werden, während sie anpassbar und hinsichtlich des Grades der Attenuierung nachhaltig sein sollen. OTS-228 wies zudem in präklinischen Tiermodellen ein optimales Sicherheitsprofil auf, ohne Nebenwirkungen oder nachweisbare Virusübertragung.

Fazit
Eine Einzeldosisimpfung des LAVs induzierte in vivo eine sterilisierende Immunität gegen eine homologe Wildtyp-SARS-CoV-2-Challenge-Infektion sowie einen breiten Schutz gegen die SARS-CoV-2-Varianten ­Omikron BA.2, BA.5 und XBB.1.5 und eine reduzierte Übertragung. Die Studienautoren gehen davon aus, dass ihr LAV-Ansatz vielversprechend und zudem auch auf andere neu auftretende Viren anwendbar ist. (sh)

Autoren: Schön J et al.
Korrespondenz: Volker Thiel; [email protected]
Studie: A safe, effective and adaptable live-attenuated SARS-CoV-2 vaccine to reduce disease and transmission using one-to-stop genome modifications
Quelle: Nat Microbiol 2024;9(8):2099–2112.
Web: https://doi.org/10.1038/s41564-024-01755-1