COVID-19: Proteasehemmer verringert Krankenhausaufenthalts- und Todesraten bei Älteren25. Oktober 2022 © agenturfotografin – stock.adobe.com (Symbolbild) Der orale Proteasehemmer Nirmatrelvir hat bei ungeimpften Hochrisikopatienten, die sich mit der SARS-CoV-2-Delta-Variante (B.1.617.2) infiziert hatten, eine gute Wirksamkeit gezeigt. Ob Nirmatrelvir aber auch bei einer Omikron-Infektion (B.1.1.529) schwere Verläufe verhindern kann, war bisher unklar. Dr. Ronen Arbel vom Clalit Health Services, Israel, und sein Team griffen für ihre Studie auf Daten des Clalit Health Services zurück. Ausgewählte Patienten waren zu Beginn des Studienzeitraums ≥40 Jahre und wurden während der Omikron-Welle für eine Nirmatrelvir-Therapie als geeignet eingestuft. Die Autoren verwendeten ein Cox-Proportional-Hazards-Regressionsmodell mit zeitabhängigen Kovariaten, um den Zusammenhang zwischen der Nirmatrelvir-Behandlung und Krankenhausaufenthalt und Tod der Patienten aufgrund von COVID-19 abzuschätzen. Anpassungen erfolgten aufgrund soziodemografischer Faktoren, Begleiterkrankungen und dem vorherigen SARS-CoV-2-Immunitätsstatus. Insgesamt erfüllten 109.254 Patienten die Eignungskriterien und 3902 (4%) von ihnen erhielten während des Studienzeitraums Nirmatrelvir. Bei Patienten im Alter von ≥65 Jahren betrug die Rate der Krankenhauseinweisungen aufgrund von COVID-19 unter Nirmatrelvir 14,7 Fälle pro 100.000 Personentage im Vergleich zu 58,9 Fällen pro 100.000 Personentage bei Patienten ohne Nirmatrelvir-Gabe (adjustierte Hazard Ratio [HR] 0,27; 95%-KI 0,15–0,49). Die angepasste HR für Tod aufgrund von COVID-19 betrug 0,21 (95%-KI 0,05–0,82). Bei Patienten im Alter von 40–64 Jahren betrug die Rate der Krankenhauseinweisungen aufgrund von COVID-19 mit Nirmatrelvir 15,2 Fälle pro 100.000 Personentage und ohne Nirmatrelvir 15,8 Fälle pro 100.000 Personentage (adjustierte HR 0,74; 95%-KI 0,35–1,58). Die angepasste HR für Tod wegen COVID-19 lag bei 1,32 (95%-KI 0,16–10,75). Fazit Die Wissenschaftler konnten im Zuge ihrer Studie zeigen, dass Krankenhausaufenthalts- und Todesraten aufgrund von COVID-19 bei Patienten, die ≥65 Jahre alt waren und Nirmatrelvir erhielten, signifikant niedriger waren als bei jenen ohne Nirmatrelvir-Gabe. Bei jüngeren Erwachsenen beobachteten die Forscher hingegen keinen Nutzen des Wirkstoffes. (sh) Autoren: Arbel R et al. Korrespondenz: Ronen arbel; [email protected] Studie: Nirmatrelvir Use and Severe Covid-19 Outcomes during the Omicron Surge Quelle: N Engl J Med 2022;387:790-798. Web: https://www.doi.org/10.1056/NEJMoa2204919
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