COVID-19: Schlechte Luft kann zu schwererem Verlauf führen15. September 2023 © chokchaipoo – stock.adobe.com (Symbolbild) Eine langfristige Exposition gegenüber Luftverschmutzung kann zu einem erhöhten Risiko einer schweren SARS-CoV-2-Infektion bzw. zur Entwicklung einer schweren COVID-19-Erkrankung beitragen, die einen Krankenhausaufenthalt nötig macht oder zum Tod führt. Dies berichten Wissenschaftler aus einer Untersuchung von 3.721.810 Dänen im Alter von ≥30 Jahren. Die Wissenschaftler hatten beginnend mit dem 01.03.2020 Personen über das Nationale COVID-19-Überwachungssystem bis zum Datum des 1. positiven COVID-19-Tests (Inzidenz), zu einer Hospitalisierung aufgrund von COVID-19 oder bis zum Tod (Stichtag 26.04.2021) nachverfolgt. Man berechnete die durchschnittliche jährliche Exposition gegenüber Feinstaub (P M2,5), Stickstoffdioxid (NO2), Ruß (BC) und Ozon (O3) am Wohnort der Betroffenen im Jahr 2019 anhand des dänischen DEHM/UBM-Modells (Danish Eulerian Hemispheric Model/Urban Background Model). Zusammenhänge von Luftschadstoffen mit den COVID-19-Outcomes, adjustiert in Bezug auf Alter, Geschlecht, sozioökonomischen Status auf individuellem und regionalem Level sowie Bevölkerungsdichte beurteilten die Forschenden mittels Cox-Proportional-Hazards-Regressionsmodellen. Eine SARS-CoV-2-Infektion wurde bei 138.742 Personen festgestellt, von denen 11.270 in ein Krankenhaus eingeliefert wurden und 2557 innerhalb von 14 Monaten an COVID-19 verstarben. Die Studienautoren beobachteten Zusammenhänge von PM2,5 (pro 0,53 μg/m3) und NO2 (pro 3,59 μg/m3) mit der COVID-19-Inzidenz (HR 1,10; 95%-KI 1,05–1,14 bzw. HR 1,18; 95%-KI 1,14–1,23) sowie mit stationären Behandlungen (HR 1,09; 95%-KI 1,01–1,17 bzw. HR 1,19; 95%-KI 1,12–1,27) und Tod (HR 1,23: 95%-KI 1,04–1,44 bzw. HR 1,18; 95%-KI 1,03–1,34). Diese Assoziationen fielen in den Gruppen mit dem geringsten sozioökonomischen Status und bei Patienten mit chronischen Atemwegsleiden, kardiometabolischen und neurodegenerativen Erkrankungen am stärksten aus. Die Forschenden ermittelten außerdem positive Assoziationen mit BC und negative Assoziationen mit O3. Fazit Eine Langfristige Exposition gegenüber Luftverschmutzung kann zu einem erhöhten Risiko einer schweren COVID-19-Erkrankung beitragen, die einen Krankenhausaufenthalt erfordert oder zum Tod führt. (ac) Autoren: Zhan J et al. Korrespondenz: Zorana Jovanovic Andersen; [email protected] Studie: Long-term exposure to air pollution and risk of SARS-CoV-2 infection and COVID-19 hospitalisation or death: Danish nationwide cohort study Quelle: Eur Respir J 2023;62(1):2300280. Web: https://doi.org/10.1183/13993003.00280-2023
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