COVID-19: Sinkendes Infektionsrisiko mit steigender Zahl geimpfter oder genesener Verwandter17. März 2022 © Konstantin Yuganov – stock.adobe.com (Symbolbild) In einer neuen Studie hat sich gezeigt, dass innerhalb von Familien Personen ohne Immunität gegen SARS-CoV-2 ein um 45–97% geringeres Risiko für eine Infektion besaßen, wenn die Zahl der immunisierten Familienmitglieder – durch Impfung (2 Dosen mRNA-1273, BNT162b2-mRNA oder ChAdOx1 nCoV-19) oder durchgemachte COVID-19-Erkrankung – zunahm. Die Forschenden führten ihre Untersuchung anhand von Daten aus landesweiten schwedischen Registern aller Personen durch, die bis zum 26.05.2021 Immunität gegen SARS-CoV-2 erlangt hatten. Jede Person mit Immunität wurde im Verhältnis 1:1 einer Person ohne Immunität aus Familien mit einer Größe von 2–5 Mitgliedern zugeordnet. Insgesamt schloss die Arbeitsgruppe 1.789.728 Personen aus 814.806 Familien in die Analyse ein. Während einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 26,3 (Spanne 1–40) Tagen wurde bei 88.797 von 1.549.989 (5,7%) nichtimmunen Familienmitgliedern (Durchschnittsalter 51,6 [SD 17,7] Jahre; 790.276 Männer [51,0%]) COVID-19 diagnostiziert. Die Forschenden beobachteten eine inverse Dosis-Wirkungs-Beziehung zwischen der Anzahl der immunen Mitglieder in jeder Familie und dem Risiko einer COVID-19-Infektion bei nichtimmunen Familienmitgliedern. Nichtimmune Familien mit 1 immunen Familienmitglied besaßen ein um 45–61% geringeres Risiko, an COVID-19 zu erkranken (HR 0,39–0,55; 95%-KI 0,37–0,61; p<0,001). Die Risikoreduktion stieg auf 75–86% in Familien mit 2 immunisierten Familienmitgliedern (HR 0,14–0,25; 95%-KI 0,11–0,27; p<0,001) sowie auf 91–94% bei 3 immunisierten Personen in der Familie (HR 0,06–0,09; 95%-KI 0,04–0,10; p<0,001) und auf 97% bei 4 immunen Familienmitgliedern (HR 0,03; 95%-KI 0,02–0,05; p<0,001). Die Ergebnisse fielen für den Ausgang einer COVID-19-Infektion, die schwer genug war, um einen Krankenhausaufenthalt zu rechtfertigen, ähnlich aus. Fazit Personen ohne Immunität gegen SARS-CoV-2 hatten innerhalb von Familien in der Studie ein um 45–97% geringeres Risiko für eine Infektion, wenn die Zahl der immunisierten Familienmitglieder – durch Impfung oder durchgemachte COVID-19-Erkrankung – zunahm. Die Studienautorinnen und -autoren bezeichnen daher die COVID-19-Impfung als Schlüsselstrategie, um die Übertragung des Virus innerhalb der Familie zu verringern. (ac) Autoren: Nordström P et al. Korrespondenz: Peter Nordström; [email protected] Studie: Association Between Risk of COVID-19 Infection in Nonimmune Individuals and COVID-19 Immunity in Their Family Members Quelle: JAMA Intern Med 2021;181(12):1589–1595. Web: https://doi.org/10.1001/jamainternmed.2021.5814
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