COVID-19: Studie beziffert direkt gerettete Leben13. November 2024 © Halfpoint – stock.adobe.com (Symbolbild) Eine Publikation in „The Lancet Respiratory Medicine“ unterstreicht die Bedeutung einer COVID-19-Impfung auf dem neuesten Stand für Personen, die am stärksten durch eine SARS-CoV-2-Infektion gefährdet sind. Bis zum März 2023 hätten 54 Länder, Gebiete und Territorien (CAT) innerhalb der Region Europa der Weltgesundheitsorganisation (WHO) >2,2 Mio. COVID-19bedingte Todesfälle gemeldet, heißt es in der Publikation. Für ihre Untersuchung berechneten die Autoren, wie viele Leben zwischen Dezember 2020 und März 2023 durch die Impfung von Erwachsenen in der Europäischen Region der WHO unmittelbar gerettet wurden. In der retrospektiven Überwachungsstudie berechneten die Wissenschaftler die Anzahl der direkt geretteten Leben nach Altersgruppe, Impfstoffdosis und Zeitraum der zirkulierenden besorgniserregenden Variante (VOC) von SARS-CoV-2 auf regionaler und nationaler Ebene. Dazu verwendeten sie wöchentlich angegebene Daten zu COVID-19-Mortalität und Infektionen, zu COVID-19-Impfungen und SARS-CoV-2-Viruscharakterisierungen nach Abstammung, die am 11.06.2023 aus dem Europäischen Überwachungssystem übermittelt wurden, sowie Daten zur Wirksamkeit des Impfstoffes aus der Literatur. Die Forschenden bezogen Daten zu 6 Altersgruppen in ihre Analyse ein: 25–49 Jahre, 50–59 Jahre, ≥ 60 Jahre, 60–69 Jahre, 70–79 Jahre und ≥80 Jahre. Um in die Analyse einbezogen zu werden, mussten die jeweiligen CATs sowohl COVID-19-Impf- als auch Mortalitätsdaten für ≥1 der 4 höheren Altersgruppen gemeldet haben. Zudem wurden in der Auswertung nur CATs berücksichtigt, die wöchentliche Daten sowohl zu COVID-19-Impfungen als auch zur Mortalität nach Altersgruppe für ≥90% der Studienwochen im gesamten Studienzeitraum angaben. Schließlich berechneten die Wissenschaftler die prozentuale Verringerung der Anzahl der erwarteten und der tatsächlich gemeldeten Todesfälle. Zwischen Dezember 2020 und März 2023 führten demnach COVID-19-Impfstoffe in 34 von 54 in die Analyse einbezogenen CATs zu einer Reduktion von Todesfällen insgesamt um 59% (Bereich 17–82), was ca. 1,6 Mio. geretteten Leben (Bereich 1,5–1,7 Mio.) bei Personen im Alter von ≥25 Jahren entspricht. 96% der geretteten Leben betrafen Personen im Alter von ≥60 Jahren und 52% solche im Alter von ≥80 Jahren. Die 1. Booster-Impfungen retteten der Analyse zufolge 51% der Leben. 60% der Leben wurden durch Impfungen während des Omikron-Zeitraumes verschont. Fazit Die Auswertung von Daten aus 2,5 Jahren der Pandemie zeigen, dass die meisten Leben, die durch eine Vakzinierung gerettet werden konnten, auf Senioren mit der 1. Booster-Impfung und auf den Omikron-Zeitraum entfielen. (ac) Autoren: Meslé MM et al. Korrespondenz: Margaux Meslé; [email protected] Studie: Estimated number of lives directly saved by COVID-19 vaccination programmes in the WHO European Region from December, 2020, to March, 2023: a retrospective surveillance study Quelle: Lancet Respir Med 2024;12(9):714–727. Web: https://doi.org/10.1016/S2213-2600(24)00179-6
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