COVID-19: Studie zur Therapie der schweren Entzündungsreaktion13. Mai 2020 Foto: © Mongkolchon/Adobe Stock Das Universitätsklinikums Jena (UKJ) leitet eine multizentrische klinische Studie, die einen Ansatz aus der Leukämieforschung als Behandlung von COVID-19 testet. Zur Bekämpfung der Lungenkrankheit COVID-19, die von dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 verursacht wird, erforschen Wissenschaft und Medizin weltweit Strategien, um Infektionen zu verhindern, die Vermehrung des Virus zu hemmen und die Symptome bei schweren Erkrankungen zu behandeln. Bei einem kleinen Teil der Patienten verläuft die Krankheit mit ausgeprägten, den gesamten Körper erfassenden Entzündungssymptomen und einer in der Folge auftretenden Lungenschädigung. In Kooperation mit Prof. Paul Graf La Rosée, Direktor der Klinik für Innere Medizin II am Schwarzwald-Baar-Klinikum Villingen-Schwenningen, initiierten Hämatologen des UKJ jetzt eine multizentrische klinische Studie, die einen Therapieansatz gegen die überschießende Entzündungsreaktion testet. Dabei greifen sie auf Erfahrungen von der Behandlung leukämie-ähnlicher Erkrankungen zurück, bei der regulierend in das Immunsystem eingegriffen wird. „Durch JAK-Inhibitoren konnte bei den myeloproliferativen Neoplasien eine Verbesserung der hämatologischen Parameter, eine Reduktion der Milzgröße und insbesondere eine Verbesserung der Allgemeinsymptome erreicht werden“, so Studienleiter Prof. Andreas Hochhaus, Klinik für Innere Medizin II am Universitätsklinikum Jena. JAK-Inhibitoren hemmen das Enzym Januskinase, das als ein zentraler Signalvermittler in den Zellen über die Aussendung von Botenstoffen Entzündungssignale gibt, die zu generalisierten Symptomen führen. Gemeinsam mit Infektiologen und Intensivmedizinern wollen die Leukämiespezialisten nun testen, ob auch COVID-19-Patienten mit ähnlicher Symptomatik von der Behandlung mit den JAK-Inhibitoren profitieren. Andreas Hochhaus ist sich sicher: „Dieser Therapieansatz belegt die enge Verbindung der Leukämieforschung mit den aktuellen Optionen zur Therapie von Infektionskrankheiten.“ Die Studie, an der insgesamt 200 Patienten teilnehmen sollen, wird an sechs Zentren in Deutschland durchgeführt.
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