COVID-19 und Kinderherzen: Studie am Deutschen Herzzentrum Berlin14. Oktober 2020 Foto: © Nicole Effinger/Adobe Stock Im Rahmen der neuen Studie wollen Mediziner am Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) unter Leitung von Klinikdirektor Prof. Felix Berger und dem Institut für Kardiovaskuläre Computer-assistierte Medizin der Charité, herausfinden, ob, wie häufig und in welchem Ausmaß eine COVID-19-Erkrankung bei Kindern und Jugendlichen sich auf das Herz auswirkt. Die Klinik bietet deshalb eine MRT-Untersuchung des Herzens für Kinder mit überstandener SARS-CoV-2-Infektion an. Die Eltern bekommen damit Gewissheit, ob das Virus auch das Herz geschädigt hat. Bei Erwachsenen ist inzwischen mehrfach wissenschaftlich belegt, dass das Virus auch den Herzmuskel befallen kann. So werden bei vielen Patienten Entzündungszeichen des Herzmuskels noch Wochen nach der Infektion nachgewiesen – auch wenn die COVID-19- Erkrankung nur milde verlief. „Wir müssen prüfen, ob und wie häufig der Herzmuskel auch bei SARS-CoV-2-infizierten Kindern und Jugendlichen betroffen ist, denn darüber gibt es noch keine wissenschaftlichen Informationen“, sagt Dr. Nadya Al-Wakeel-Marquard aus dem Team der Klinik für Angeborene Herzfehler – Kinderkardiologie am DHZB, die die Studie gemeinsam mit ihrer Kollegin Dr. med. Franziska Seidel koordiniert. Ob mit dem Befall des Herzens durch das Corona-Virus für die betroffenen Patienten auch ein langfristig erhöhtes Risiko für spätere Herzrhythmusstörungen oder eine Herzinsuffizienz einhergehe, sei zwar noch nicht geklärt, so Al-Wakeel-Marquard; „aber wir brauchen mehr Informationen um Patienten im Zweifelsfall sorgfältig überwachen und wenn nötig, frühzeitig und gezielt zu behandeln zu können.“ Die Studie wird am DHZB von einem erfahrenen, auf Herzmuskelentzündungen spezialisierten Team durchgeführt. Der wichtigste Bestandteil der Diagnostik ist die Untersuchung des Herzens in einem Magnetresonanztomographen (MRT). Alle Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 18 Jahren, die positiv auf das SARS-CoV-2-Virus getestet wurden und zumindest leichte Krankheitssymptome (Fieber, Husten) gezeigt hatten, können sich zur Untersuchung anmelden, wenn die Infektion länger als 14 Tage zurückliegt. Kontakt für Patienten: Mail: [email protected] Tel.: 030-4593 2880
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