COVID-19: Verlegung auf Intensivstation schwer vorhersehbar18. März 2021 © Halfpoint – stock.adobe.com (Symbolbild) Laut einer kürzlich veröffentlichten Studie eignen sich weder die klinischen Faktoren bei Aufnahme noch der CURB-65-Score (Bewusstseinstrübung, Harnstoff im Blut >19 mg/dl [>7 mmol/l], Atemfrequenz ≥30/min, diastolischer Blutdruck ≤60 mmHg oder systolischer Blutdruck ≤90 mmHg und Alter ≥65 Jahre) gut als Screening-Tests für COVID-19-Patienten, wenn es um die Einstufung der Wahrscheinlichkeit für eine später notwendige Intensivversorgung geht. Die Autoren der neuen Arbeit hatten alle COVID-19-Patienten des Medstar Washington Hospital Center (USA) untersucht, die zunächst auf eine Normalstation geschickt wurden und anschließend doch auf der Intensivstation versorgt werden mussten. Die Wissenschaftler analysierten den Zeitpunkt der Verlegung und versuchten, einen Risiko-Score basierend auf den Patientenmerkmalen bei Einweisung zu entwickeln, der eine voranschreitende Erkrankung vorhersagen sollte. Die untersuchte Kohorte umfasste 245 Probanden (Durchschnittsalter 59,0 ±14,2 Jahre; 61,2% Männer), von denen 20% schließlich auf die Intensivstation verlegt wurden. Die mediane Dauer bis zu dieser Verlegung betrug 2,5 Tage. Ungefähr ein Drittel der Patienten wurde erst am 4. Tag oder später verlegt. Hauptgrund für die Verlegung (79,2%) war eine Verschlechterung der Ateminsuffizienz. Eine absolute Lymphozytenzahl (ALC) von ≤0,8×103/ml bei Einweisung und ein Serumferritinwert ≥1000 ng/ml waren unabhängig voneinander mit der Verlegung auf die Intensivstation assoziiert. Komorbiditäten korrelierten nicht mit einer eventuellen Intensivversorgung. Weder ein Risiko-Score, der auf einem niedrigen ALC- und/oder hohe Ferritinspiegel basierte, noch der CURB-65-Score zeigten eine gute Performance bei der Vorhersage des Bedarfs für eine Verlegung. Fazit Weder die klinischen Faktoren bei Aufnahme noch der CURB-65-Score eignen sich gut als Screening-Tests für COVID-19-Patienten, wenn es um die Einstufung der Wahrscheinlichkeit für eine später notwendige Intensivversorgung geht. (ac) Autoren: Hashmi MD et al. Korrespondenz: Andrew F. Shorr; [email protected] Studie: Assessing the need for transfer to the intensive care unit for Coronavirus-19 disease: Epidemiology and risk factors Quelle: Respir Med 2020;174:106203. Web: https://doi.org/10.1016/j.rmed.2020.106203 Registrieren Sie sich hier einfach kostenlos für den wöchentlichen Newsletter.
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