COVID-19: Zwei Jahre nach Hospitalisierung noch beeinträchtigt

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Aus China stammt eine Studie, in der sich Wissenschaftler mit Long-COVID-Symptomen beschäftigt haben, die auch nach 2 Jahren noch bestehen. Zwar sei dieses Phänomen schon in anderen Längsschnittstudien untersucht worden, jedoch mit einer Nachbeobachtung von nur 1 Jahr.

Insgesamt 1192 COVID-19-Überlebende nahmen an allen 3 Nachuntersuchungen teil und wurden in die endgültige Analyse aufgenommen. Von diesen absolvierten 1119 (94%) 2 Jahre nach der SARS-CoV-2-Infektion das persönliche Gespräch im Rahmen der Nachsorge. Das Durchschnittsalter bei der Entlassung aus dem Krankenhaus betrug 57,0 Jahre (48,0–65,0) und 551 (46%) waren Frauen.

Die mediane Nachbeobachtungszeit nach Auftreten der Symptome betrug 185,0 Tage (Interquartilbereich [IQR] 175,0–197,0) für den 6-Monats-Termin sowie 349,0 Tage (IQR 337,0–360,0) für den Termin nach 12 Monaten und 685,0 Tage (IQR 675,0–698,0) für den Termin nach 2 Jahren. Der Anteil der ehemaligen COVID-19-Patienten mit ≥1 Folgesymptom sank signifikant von 777 (68%) von 1149 nach 6 Monaten auf 650 (55%) von 1190 nach 2 Jahren (p<0,0001). Dabei wurden am häufigsten Müdigkeit oder Muskelschwäche genannt.

Der Anteil der COVID-19-Überlebenden mit einem mMRC-Score von ≥1 betrug 168 (14%) von 1191 nach 2 Jahren und war damit signifikant niedriger als der Anteil von 288 (26%) von 1104 nach 6 Monaten (p<0,0001). Die HRQoL verbesserte sich in fast allen Bereichen im Zeitverlauf, insbesondere in Bezug auf Angst oder Depression: Der Anteil der Personen mit Angst- oder Depressionssymptomen nahm von 256 (23%) von 1105 nach 6 Monaten auf 143 (12%) 1191 nach 2 Jahren ab (p<0,0001).

Der Anteil der Personen mit einer Gehstrecke beim 6MWT unterhalb der Untergrenze des Normalbereiches sank bei den COVID-19-Überlebenden insgesamt und in den 3 Untergruppen mit unterschiedlichem anfänglichem Schweregrad der Erkrankung kontinuierlich. Von 494 ehemaligen COVID-19-Patienten waren nach 24 Monaten 438 (89%) an ihren Arbeitsplatz zurückgekehrt. Überlebende, die nach 24 Monaten an Long-COVID-Symptomen litten, hatten eine niedrigere HRQoL, waren körperlich weniger belastbar, wiesen mehr psychische Auffälligkeiten auf und nahmen nach der Entlassung aus dem Krankenhaus mehr Gesundheitsdienstleistungen in Anspruch als Überlebende ohne Long-COVID-Symptome.

Wie die Forschenden auch berichten, hatten ehemalige COVID-19-Patienten nach 2 Jahren immer noch häufigere Symptome und mehr Probleme mit Schmerzen oder anderen Beschwerden sowie Angstzustände oder Depressionen als die Kontrollpersonen. Darüber hinaus wies ein signifikant höherer Anteil der COVID-19-Überlebenden, die während ihres Krankenhausaufenthalts ein höheres Maß an Beatmungsunterstützung erhalten hatten, eine Beeinträchtigung der Lungendiffusion (43 [65%] von 66 vs. 24 [36%] von 66; p=0,0009), ein reduziertes Residualvolumen (41 [62%] vs. 13 [20%]; p<0,0001) und Gesamtlungenkapazität (26 [39%] vs. 4 [6%]; p<0,0001) als die Kontrollen auf.

Fazit
Die chinesische Arbeitsgruppe stellte nun bei der längeren Nachuntersuchung fest, dass COVID-19-Überlebende unabhängig von der anfänglichen Schwere der Erkrankung zwar langfristige Verbesserungen ihrer körperlichen und geistigen Gesundheit zeigten und mehrheitlich innerhalb von 2 Jahren auch wieder arbeitsfähig waren, dass aber die Belastung durch Folgesymptome dennoch recht hoch blieb. Wie die Forschenden schreiben, war bei ehemals hospitalisierten COVID-19-Patienten auch 2 Jahre nach Beginn der Erkrankung der Gesundheitszustand „bemerkenswert schlechter“ als in der Allgemeinbevölkerung. (ac)

Autoren: Huang L et al.
Korrespondenz: Jianwei Wang; [email protected]
Studie: Health outcomes in people 2 years after surviving hospitalisation with COVID-19: a longitudinal cohort study
Quelle: Lancet Respir Med 2022;10(9):863–876.
Web: https://doi.org/10.1016/S2213-2600(22)00126-6