CRC-Screening mit FIT: Teilnehmerbezogene Risikofaktoren berücksichtigen

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Ein Screening auf Kolorektalkrebs (CRC) mithilfe von fäkalen immunchemischen Tests (FIT) kann zwar die CRC-bezogene Mortalität senken, jedoch wird ihre Wirksamkeit durch die begrenzte Genauigkeit von FIT ­eingeschränkt. Das schreiben die Autoren einer aktuellen Studie und erklären außerdem, dass die Identifizierung von Personen, bei denen ein erhöhtes Risiko für einen falschen FIT-Befund besteht, das Screening verbessern könnte. Die Evidenzlage dazu sei aber widersprüchlich.

Die Arbeitsgruppe führte daher einen systematischen Review und eine Metaanalyse zu den Risikofaktoren für ein falsch-positives bzw. falsch-negatives FIT-Ergebnis im CRC-Screening durch.

Die Wissenschaftler fanden in den Literaturdatenbanken Medline und Embase sowie in der Cochrane Library 518 Berichte bis zum Ver­öffentlichungsstichtag 29. Januar 2017 zu – zum Zeitpunkt der Einladung zu einem FIT – bekannten Risikofaktoren im Rahmen eines CRC-Screenings. Davon wurden 14 Studien mit insgesamt 54.499 Teilnehmern in die Analyse aufgenommen.

In der Metaanalyse war männliches Geschlecht mit einem signifikant geringeren Risiko für ein falsch-positives Ergebnis assoziiert (RR 0,84; 95 %-Konfidenzintervall [KI] 0,74–0,94), während das Risiko bei Teilnehmern unter einer Therapie mit nicht steroidalen Entzündungshemmern (NSAID) erhöht war (RR 1,16; 95 %-KI 1,06–1,27). Der Einsatz von Antikoagulanzien wurde in den identifzierten Studien am häufigsten untersucht, ohne aber einen signifkanten Effekt auf eine FIT-Positivität zu besitzen.

Männer (RR 1,83; 95 %-KI 1,53–2,19), Screening-Teilnehmer mit einem CRC in der Familienanamnese (RR 1,61; 95 %-KI 1,19–2,15) sowie Personen mit Hyperglykämie (RR 1,29; 95 %-KI 1,02–1,65), Hypertonie (RR 1,50; 95 %-KI 1,14–1,98) und Adipositas (RR 1,38; 95 %-KI 1,11–1,17) besaßen alle ebenso ein signifikant höheres Risiko für ein falsch-negatives Testergebnis wie (ehemalige) Raucher (RR 1,93; 95 %-KI 1,52–2,45). Für das Alter der Screening-Teilnehmer wurde in der Metaanalyse kein systematischer Effekt festgestellt – weder in Bezug auf einen falsch-positiven noch auf einen falsch-negativen FIT.

Diese Informationen könnten dazu beitragen, Teilnehmergruppen zu identifizieren, die sich nach einem negativen Testergebnis unter Umständen fälschlicherweise in Sicherheit wähnen, oder um nach einem positiven FIT-Befund unnötige Koloskopien zu vermeiden.