CRISPR-Therapie für hereditäres Angioödem16. November 2022 Foto: MQ-Illustrations/stock.adobe.com Eine prophylaktische Therapie für hereditäres Angioödem (HAE), die auf das Protein Kallikrein abzielt, reduziert die Zahl der Anfälle signifikant. Das zeigt eine aktuelle Studie, die auf dem diesjährigen Meeting des American College of Allergy, Asthma and Immunology (ACAAI) vorgestellt wurde. HAE ist eine seltene genetische Erkrankung, die durch unvorsehbares Anschwellen verschiedener Organe und Gewebe gekennzeichnet ist und lebensbedrohlich sein kann. Die auf dem ACAAI-Meeting präsentierte Studie belegt die erfolgreiche Anwendung der CRISPR-Genome-editing-Technologie, um Schwellungen zu lindern und die Frequenz der Krankheitsattacken zu reduzieren. „NTlA-2002 ist ein CRISPR-Genome-editing-Kanditat für HAE, wird einmalig systemsich angwendet und befindet sich gegenwärtig in der Entwicklung“, so die klinische Immunologin Hilary Longhhrst, MD, PhD und leitende Studienautorin. „Es ist konzipiert, um das KLKB1-Gen in Leberzellen auszuschalten und so die Produktion eines bestimmten Proteins – Kallikrein – zu hemmen. Dessen unkontrollierte Aktivität ist verantwortlich für die wiederkehrenden, einschränkenden und potenziell tödlichen Schwellungen, die bei HAE-Betroffenen auftreten.“ Die klinischen Zwischenergebnisse der Phase-1-Studie, die NTLA-2002 erstmals am Menschen testet wruden auf dem diesjährigen ACAAI-Meeting vorgestellt. Die Daten stammen von HAE-Patientinnen und -Patienten, die bis zum jetzigen Zeitpunkt mit Dosen von 25 mg, 50 mg beziehungsweise 75 mg behandelt wurden. „Während immer mehr Daten zu Tage treten hatten alles Patienten, die eine Einzeldosis 25 oder 75 mg NTLA-2002 bekommen haben eine schnelle und signifikante Reduktion ihrer Plasma-Kallikrein-Level“, erläuterte Danny Cohn, MD, Senior-Autor der Studie. „Die drei Patienten in der 25mg-Dosis-Kohorte, die einen vorher festgelegten Zeitpunkt erreicht hatten, an dem ihre HAE-Attacken bewertet wurden, hatten alle eine signifikante Reduktion der Anzahl der Attacken.“ Beide Dosen NTLA-2002 – also 25 und 75 mg – wurden allgemein gut vertragen und die meisten Nebenwirkungen hatten einen geringen Schweregrad. Die häufigsten unerwünschten Nebenwirkungen waren infusionsbedingte Reaktionen, meist Schweregrad 1 und sie klangen innerhalb eines Tages ab. Es wurden bislang keine die Dosis limitierenden toxischen Effekte, keine schwerer Nebenwirkungen und keine Nebenwirkungen Schweregrad 3 oder höher beobachtet. „Diese frühen Daten stützen NTLA-2002 als eine potenzielle Einmal-Therapie zur Behandlung der HAE-Symptoemen“, sagte Longhurst. Die klinische Entwicklung werde fortgeführt mit einer randomisierten Phase-II-Studie, die in der ersten Hälfte 2023 starten soll. (ja) Abstract: In vivo CRISPR/Cas9 editing of KLKB1 in Patients with Hereditary Angioedema: A First-in-Human Study. Hilary Longhurst, MB
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