CRSwP: Aspirin-Desensibilisierungstherapie unwirksam?

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Menschen mit Chronischer Rhinosinusitis mit Nasenpolypen (CRSwNP), die überempfindlich auf nicht steroidale Antirheumatika (NSAR) reagieren, profitierten in einer finnischen Studie nicht so deutlich von einer Aspirin-Therapie wie in früheren Studien.

Die randomisierte, placebokontrollierte Studie – gemeinsam durchgeführt von Wissenschaftlern der Universität Ostfinnland, der Universität Helsinki und des HUS Inflammation Center – wurde in der Fachzeitschrift „Allergy“ veröffentlicht.

Eine durch NSAR verschlimmerte Atemwegserkrankung (N-ERD) geht typischerweise mit einer Überempfindlichkeit gegenüber entzündungshemmenden Medikamenten, Asthma und CRSwNP einher. Seit etwa 15 Jahren behandeln Krankenhäuser diese Erkrankung mit einer Langzeittherapie mit Aspirin (ASS).

Erschwinglich, aber Wirksamkeit nicht ausreichend belegt

„Die ASS-Therapie ist erschwinglich, aber es gibt keine ausreichenden Belege für ihre Wirksamkeit. Es ist wichtig, Informationen über die Wirksamkeit der Behandlung zu erhalten, da mehrere derzeit zur Behandlung der Symptome verfügbare biologische Medikamente zwar wirksam, aber auch sehr teuer sind“, erläutert die leitende Studienautorin Prof. Sanna Toppila-Salmi von der Universität Ostfinnland, die Hintergründe.

Im Rahmen der Studie erhielten 26 Patienten mit N-ERD, Asthma und schwerer CRSwNP eine Aspirin-Desensibilisierungstherapie und wurden anschließend randomisiert in Gruppen eingeteilt, die elf Monate lang entweder Aspirin oder ein Placebo oral einnahmen. Dabei starteten die Studienteilnehmer der Aspirin-Gruppe mit 125 mg täglich im ersten Monat und 250 mg täglich für die restlichen zehn Monate der Studiendauer.

Aspirin-Dosis geringer als in Leitlinien empfohlen

Diese Dosis ist geringer als in aktuellen Leitlinien empfohlen, die Dosen zwischen 300 und 1300 mg vorschlagen. Darauf weisen die Studienautoren auch ausdrücklich hin. Wie sie schreiben, habe eine retrospektive Analyse von Kohortendaten gezeigt, dass die Patienten in ihrer Studienpopulation relativ geringe Aspirin-Dosen tolerieren. Aus Sicherheitsgründen haben sich die Autoren für eine geringe Dosis entschieden.

Die Studienteilnehmer wurden nach einem, fünf, elf und zwölf Monaten nachuntersucht. Als Kriterien für den klinischen Erfolg wurden der Sino-Nasal Outcome-Test 22 (SNOT-22), der Nasal-Polyp-Score (NPS), der Asthma-Control-Test (ACT) und das EPOS-2012-CRS-Clinical-Control-Assessment verwendet.

ASS versus Placebo: keine signifikanten Unterschiede festgestellt

„Am Ende der Therapie wurden keine Unterschiede in den Symptomen oder der Lungenfunktion zwischen der Aspirin- und der Placebo-Gruppe festgestellt. Es gab Anzeichen dafür, dass die ASA-Therapie im Vergleich zu einem Placebo Nasenpolypen leicht reduzieren und die Lebensqualität in Bezug auf Nasensymptome verbessern könnte, aber der Unterschied war statistisch nicht signifikant“, fasst die Doktorandin Alma Helevä von der Universität Helsinki die zentralen Studienergebnisse zusammen.

Auch hinsichtlich der Anzahl der während der Exazerbationsphasen benötigten Cortisonbehandlungen gab es keinen Unterschied zwischen den Gruppen.

Zwar zeigen die Studienergebnisse, dass 25 Prozent der Patienten, die Aspirin erhielten, von der Therapie profitieren, allerdings mussten 18 Prozent der Patienten in der Aspirin-Gruppe die Behandlung wegen Nebenwirkungen abbrechen. Nebenwirkungen – wie Atemwegsbeschwerden, Verschlimmerung des Asthmas, Bauchbeschwerden oder erhöhte Blutungsneigung – traten bei mehr als der Hälfte der Teilnehmer (56 %), die Aspirin erhielten, auf, aber auch bei 30 Prozent der Patienten aus der Placebo-Gruppe.

Kleine Anzahl von Patienten profitiert – Nebenwirkungen überwiegen

„Basierend auf dieser Studie hatte die ASS-Therapie im Vergleich zu einem Placebo keine signifikante Wirkung. Darüber hinaus litt eine beträchtliche Anzahl von Patienten unter Nebenwirkungen. Eine kleine Anzahl von Patienten profitierte von der Therapie, aber zum jetzigen Zeitpunkt ist es nicht möglich zu bestimmen, welche Patienten, die überempfindlich auf NSAIDs reagieren, von einer ASS-Therapie profitieren würden“, so das Fazit der Studienautoren.

Sie weisen allerdings auch darauf hin, dass früher Studien – mit höheren Dosen – stärkere Effekte gezeigt hätten. Daher limitiere die in dieser Studie verwendete niedrigere Dosierung die Interpretation der Ergebnisse. Hinzu kommt die geringe Teilnehmerzahl der Studie. Trotzdem heben ihrer Ergebnisse nach Ansicht der Autoren die Notwendigkeit hervor, bei einer Aspirin-Desensibilisierungstherapie eine Balance zwischen tolerierbarer Dosis und Nebenwirkungen zu finden. (ja/BIERMANN)