CRSwP: Phase-III-Studienergebnisse zu neuem monoklonalen Antikörper

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Der Antikörper richtet sich gegen Interleukin‑4Rα. Ein Team aus China hat jetzt Ergebnisse zu Wirksamkeit und Sicherheit als Zusatztherapie bei Patienten mit chronischer Rhinosinusitis mit Nasenpolypen (CRSwP), die mit Corticosteroiden behandelt wurden, vorgelegt.

Der neuartige humanisierte Anti-Interleukin(IL)-4Rα-Antikörper Stapokibart ist in China seit Ende letzten Jahres zur Therapie schlecht kontrollierter, schwerer chronischer Rhinosinusitis mit Nasenpolypen (CRSwP) zugelassen, außerdem zur Behandlung mittelschwerer bis schwerer atopischer Dermatitis. Seit Februar 2025 können in China auch Patienten mit mittelschwerer bis schwerer allergischer Rhinitis mit dem Wirkstoff behandelt werden. Außerhalb Chinas ist Stapokibart allerdings nicht verfügbar.

Stapokibart zusätzlich zu intranasalen Corticosteroiden

Die randomisierte, doppelblinde Phase-III-Studie zur Bewertung der Wirksamkeit und Sicherheit von Stapokibart als Zusatzbehandlung zu intranasalen Corticosteroiden bei Patienten mit schwerer, unkontrollierter CRSwP lief vom 9. August 2022 bis zum 28. April 2023 an 51 chinesischen Kliniken.

Eingeschlossen wurden erwachsene CRSwP-Patienten mit systemischer Corticosteroid-Anwendung oder einer Nasennebenhöhlenoperation in der Vorgeschichte, die einen bilateralen Nasal-Polyp-Score (NPS) von fünf oder mehr sowie einen wöchentlichen Nasal-Congestion-Score (NCS) von zwei oder mehr hatten. Die Studienteilnehmer wurden bis Juni 2024 nachverfolgt.

Ab einem Eosinophilenanteil im Blut von 6,9 Prozent oder mehr (ohne Asthma) beziehungsweise 3,7 Prozent oder mehr (mit Asthma) oder einer Eosinophilenzahl von 55 pro hochauflösendes Blickfeld beziehungsweise 27 Prozent oder mehr im Nasenpolypengewebe wurde die CRSwP als eosinophil definiert.

Zunächst wurden die Studienteilnehmer täglich mit Mometasonfuroat-Nasenspray (100 µg in jedes Nasenloch) behandelt. Nach vier Wochen wurden sie randomisiert und erhielten zusätzlich alle zwei Wochen subkutan entweder Stapokibart (300 mg) oder Placebo über einen Zeitraum von 24 Wochen. Danach wurden beide Gruppen für 28 Wochen mit Stapokibart behandelt.

Verbesserungen bei NPS und NCS

Primäre Endpunkte waren Veränderungen gegenüber dem Ausgangswert beim NPS (minimal klinisch bedeutsamer Unterschied: 1 Punkt) und beim NCS in Woche 24 bei allen Patienten sowie in der Population mit Eosinophilie.

Von den 180 randomisierten Patienten erhielten 179 (Durchschnittsalter 45 [SD 12,9] Jahre; 61 [34,1%] Frauen) mindestens eine Behandlungsdosis (n = 90 für Stapokibart; n = 89 für Placebo). In der Gesamtpopulation betrug die mittlere Veränderung des NPS von Baseline bis Woche 24 in der Stapokibart-Gruppe −2,6 Punkte.

Im Vergleich dazu zeigte sich bei der Placebo-Gruppe nur eine Veränderung von −0,3 Punkten (LS-Mittelwertdifferenz −2,3; 95%-KI −2,6 bis −1,9; p < 0,001). In der Population mit Eosinophilie betrug die Veränderung −3,0 gegenüber −0,4 Punkten (LS-Mittelwertdifferenz −2,5; 95%-KI −2,9 bis −2,1; p < 0,001) in der Placebo-Gruppe.

Die LS-Mittelwertänderung des NCS vom Ausgangswert bis Woche 24 in der Stapokibart-Gruppe gegenüber der Placebo-Gruppe betrug −1,2 gegenüber −0,5 Punkten in der Gesamtpopulation (LS-Mittelwertdifferenz −0,7; 95%-KI −0,9 bis −0,5; p < 0,001) und −1,3 gegenüber −0,5 Punkten in der Population mit Eosinophilie (LS-Mittelwertdifferenz −0,8; 95%-KI −1,0 bis −0,6; p < 0,001).

Weniger Patienten mit Anosmie

Eine Post-hoc-Analyse deutet darauf hin, dass in der Stapokibart-Gruppe der Anteil der Patienten mit Anosmie abgenommen hatte – im Gegensatz zur Placebo-Gruppe. Für die Autoren ein weiterer Punkt, der für den Wirkstoff spricht: Der Verlust des Geruchssinns habe großen Einfluss auf die Lebensqualität der Patienten, wie sie in ihrem Artikel schreiben.

Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse traten selten auf (2,2% in der Stapokibart-Gruppe gegenüber 1,1% in der Placebo-Gruppe). Unter Stapokibart zeigten sich verglichen mit der Placebo-Gabe jedoch höhere Raten von Arthralgie (7,8% gegenüber 0%) und Hyperurikämie (5,6% gegenüber 1,1%).

Verbesserung der NPS „bemerkenswert“

Wie die Autoren eines begleitenden Kommentars schreiben, ist insbesondere die signifikante Verbesserung des NPS „bemerkenswert“. So zeigte sich nach 24 Wochen eine Verbesserung um mindestens einen Punkt auf der Skala bei 96,5 Prozent der Patienten. Bei 89,5 Prozent der Studienteilnehmer hatte sich der Score nach 52 Wochen um zwei Punkte oder mehr verbessert.

Damit sind diese Werte besser als durch frühere Studien für andere Biologika belegte Verbesserungen des NPS. Für die Autoren der Studie zu Stapokibart könnten diese Unterschiede allerdings auch in unterschiedlichen Studienpopulationen begründet sein. (ja/BIERMANN)