ctDNA als unabhängiger Prognosefaktor bei muskelinvasivem Blasenkrebs3. April 2024 Verräterisch: zirkulierende Tumor-DNA im Blut. Grafik (Symbolbild): ArtemisDiana – stock.adobe.com Der Nachweis zirkulierender Tumor-DNA (ctDNA) hat bei Patienten mit muskelinvasivem Blasenkrebs prognostischen Wert und übertrifft in der Aussagekraft das pathologische Downstaging. Zudem scheinen Patienten ohne nachweisbare ctDNA zum Zeitpunkt der Diagnose deutlich weniger von einer neoadjuvanten Chemotherapie (NAC) zu profitieren. Dies fanden Forscher aus Dänemark in einer Studie mit einer Nachbeobachtungszeit von mehr als fünf Jahren heraus. Die Arbeitsgruppe um Lars Dyrskjøt von der Abteilung für molekulare Medizin am Universitätsklinikum Aarhus präsentiert in der Zeitschrift „Clinical Cancer Research“ vollständige Follow-up-Ergebnisse mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von 68 Monaten aus einer zuvor beschriebenen Kohorte von 68 mit NAC behandelten Patienten. Die Studienteilnehmer unterzogen sich über den Beobachtungszeitraum regelmäßig einer ctDNA-Untersuchung; dies ergab schließlich 712 Plasmaproben. Zudem untersuchten die Wissenschaftler eine separate Kohorte von 102 NAC-naiven Patienten auf ctDNA: Hier lagen 153 Plasmaproben vor, die vor und nach radikaler Zystektomie (RC) entnommen worden waren. Die mediane Nachbeobachtungszeit in dieser Kohorte betrug 72 Monate. Um die biologischen Eigenschaften von ctDNA-ausscheidenden Tumoren zu untersuchen, sequenzierten die Forscher zudem die gesamte RNA der Tumoren. Bei Verwendung der erweiterten Follow-up-Daten für die mit NAC behandelten Patienten identifizierte die ctDNA-Analyse nach RC ein metastatisches Rezidiv mit einer Sensitivität von 94% und einer Spezifität von 98%. Der ctDNA-Verlauf während der NAC war nach Adjustierung für pathologisches Downstaging unabhängig mit den Patienten-Outcomes assoziiert (HR 4,7; p=0,029). Für die NAC-naiven Patienten war ctDNA ein prognostischer Prädiktor vor (HR 3,4; p=0,0005) und nach der RC (HR 17,8; p=0,0002). Zwischen den Kohorten wurde kein statistisch signifikanter Unterschied im RFS für Patienten ohne nachweisbare ctDNA zum Zeitpunkt der Diagnose beobachtet. Wenn bei Studienbeginn ctDNA nachweisbar war, gab es eine Assoziation mit dem Subtyp basal/squamös, und Gensätze des Übergangs von Epithel zu Mesenchym sowie des Zellzyklus waren angereichert. (ms)
Mehr erfahren zu: "Innere Uhr beeinflusst Nebenwirkungen der Strahlentherapie bei Prostatakrebs" Innere Uhr beeinflusst Nebenwirkungen der Strahlentherapie bei Prostatakrebs Forschende der University of Leicester (Vereinigtes Königreich) haben herausgefunden, dass das genetische Profil eines Patienten und der Zeitpunkt der Strahlentherapie zusammen das Risiko für langfristige Nebenwirkungen bei der Behandlung von […]
Mehr erfahren zu: "Dem Tierschutz verpflichtet – 3R-Prinzip in der Hochschullehre" Dem Tierschutz verpflichtet – 3R-Prinzip in der Hochschullehre Für Forschungszwecke werden vor allem Mäuse, Ratten und Fische eingesetzt. Das gilt auch für die Forschung an Hochschulen. Dafür gelten die strikten Regeln gemäß des 3R-Prinzips.
Mehr erfahren zu: "Krankenhäuser fürchten neue Milliardenlöcher und Pleiten" Krankenhäuser fürchten neue Milliardenlöcher und Pleiten Die große Mehrheit der deutschen Krankenhäuser ist in finanziell prekärer Lage. Die Einsparungen der Bundesregierung werden die Not einer Umfrage unter Klinikchefs zufolge noch vergrößern.