Zirkulierende Tumor-DNA aus Flüssigbiopsie spiegelt Behandlungserfolg bei mCRPC wider24. Februar 2026 Die Analyse von zirkulierender Tumor-DNA erhält zunehmend Bedeutung für die Diagnostik. Symbolbild: ArtemisDiana – stock.adobe.com Mithilfe sequenzieller Flüssigbiopsien lassen sich Merkmale zirkulierender Tumor-DNA (ctDNA) identifizieren, die mit einem Behandlungserfolg bei Patienten mit metastasiertem kastrationsresistenten Prostatakrebs (mCRPC) unter Cabazitaxel-Therapie assoziiert sind. Dies ist das Ergebnis einer britisch-italienischen Forschungsarbeit. Erstautorin Nicole Brighi und Kollegen analysierten im Rahmen einer prospektiven Biomarkerstudie serielle Plasmaproben von 97 mCRPC-Patienten, die mit Cabazitaxel behandelt wurden. Für die Untersuchung der ctDNA nutzten sie den maßgeschneiderten, zielgerichteten Genomtest PCF_SELECT. Klinische und molekulare Variablen evaluierten sie hinsichtlich ihrer Assoziation mit dem Gesamtüberleben (OS) und dem radiologischen progressionsfreien Überleben (rPFS). In der Auswertung kategorisierten die Wissenschaftler die Patienten zunächst nach der medianen ctDNA-Fraktion als ctDNA-negativ, -niedrig oder -hoch. Es ergaben sich abnehmende Überlebenszeiten in der Reihe ctDNA-negativer, niedriger und hoher ctDNA-Befunde: Das mediane OS betrug 26,8 beziehungsweise 12,4 bzw. 8,2 Monate, das mediane PFS lag bei 8,0 beziehungsweise 5,3 beziehungsweise 3,1 Monaten. Ein Anstieg der ctDNA-Fraktion im dritten Zyklus im Vergleich zu Patienten, die ctDNA-negativ blieben, war mit einem kürzeren OS assoziiert (Median 7,5 vs. 29,9 Monate; Hazard Ratio [HR] 4,60; 95%-KI 2,06–10,28; p<0,0001). Ein entsprechendes Ergebnis beobachteten die Forscher beim PFS (Median 2,6 vs. 8,2 Monate; HR 3,73; 95%-KI 1,75–7,93; p<0,0001). Klonale Selektion durch vorherige Therapie Brighi und Kollegen untersuchten auch, welche Mutationen sich in der Plasma-DNA je nach vorausgegangener Therapie ergaben: Bei Krankheitsprogression unter einem ARPI zeigte sich eine Anreicherung von Veränderungen im Androgenrezeptor-Gen. Nach Gabe eines Taxans fand sich hingegen eine Anreicherung von Kopienzahlveränderungen in Genen auf Chromosom 3 (ATR, PIK3CB, MLH1 und FANCD2) oder in Genen, die an der Zellzyklusregulation beteiligt sind; darin sind Veränderungen in CCND1 und CDKN1B enthalten, die sich gegenseitig ausschließen. Die Forscher fanden eine Überlappung der Genveränderungen, die bei Krankheitsprogression unter Docetaxel oder Cabazitaxel auftreten. Dies könne teilweise die Kreuzresistenz erklären, schließen Brighi et al. (ms)
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