Darmdysbiose durch nicht antibiotische verschreibungspflichtige Medikamente25. Mai 2018 Symbolbild © Alex – fotolia.com Laut einer neuen Studie von Wissenschaftlern aus Frankreich und den USA beeinflussen auch verschreibungspflichtige Medikamente, die keine Antibiotika sind, das Darmmikrobiom in seiner Gesamtheit erheblich. Die Forscher hatten in einer systematischen Literatursuche Studien ausfindig gemacht, in denen Veränderungen des Darmmikrobioms im Zusammenhang mit der Einnahme von Protonenpumpenhemmern (PPI), Metformin, nicht steroidalen anti-inflammatorischen Agenzien (NSAID), Opioiden, Statinen und Antipsychotika thematisiert wurden. PPI und Antipsychotika waren darin mit einer Abnahme der α-Diversität im Darm assoziiert, während bei Opioiden eine Zunahme derselben beobachtet wurde. Zu keinen signifikanten Veränderungen in dieser Hinsicht kam es unter Metformin und NSAID. Als signifikant verändert hingegen wurde die β-Diversität unter Einfluss aller untersuchten Medikamente beurteilt – die einzige Ausnahme bildeten hier NSAID. Der Einsatz von PPI war mit einer Abnahme von Clotridiales und einer Zunahme von Actinomycetales, Micrococcaceae und Streptococcaceae assoziiert. Diese Veränderungen, so schreiben die Studienautoren, erhöhten die Anfälligkeit für eine Infektion mit Clostridium difficile. Die Ergebnisse zeigen zudem, dass die Einnahme von PPI, NSAID, Opioiden und Antipsychotika entweder mit einer Zunahme von Bakterien der Gammaproteobacteria-Klasse oder der Familie der Enterococcaceae assoziiert ist. Eine Therapie mit Antipsychotika, die normalerweise auch mit einer Erhöhung des Body-Mass-Index einhergeht, zeichnet sich offenbar durch eine verminderte Bacteroidetes/Firmicutes-Ratio aus, ähnlich wie tendenziell bei adipösen Patienten. Fazit Außer Antibiotika können auch andere verschreibungspflichtige Medikamente einen bemerkenswerten Einfluss auf das Darmmikrobiom haben. Weitere Untersuchungen sollten darauf abzielen, Biomarker für eine Dysbiose zu definieren, die durch spezifische Medikamente induziert werden. Autoren: Le Bastard Q et al. Korrespondenz: Dr. Emmanuel Montassier, Université de Nantes; [email protected] Studie: Systematic review: human gut dysbiosis induced by non-antibiotic prescription medications Quelle: Aliment Pharmacol Ther 2018;47(3):332–345. Web: onlinelibrary.wiley.com
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