Darmkrebs-Früherkennung: Fristsetzung verbessert Teilnahme am Screening

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Wie lassen sich mehr Menschen dazu bewegen, das Darmkrebs-Screening per immunchemischem Stuhltest (FIT) in Anspruch zu nehmen? Der schottischen TEMPO-Studie zufolge reicht das simple Setzen einer Frist.

Weist ein einziger Satz im Einladungsschreiben auf eine Frist hin, führte dies zu einer zeitnäheren FIT-Rücksendung und reduzierte die Notwendigkeit von Erinnerungsschreiben. Es handele sich um eine äußerst kosteneffektive Intervention, die problemlos in die Routinepraxis integriert werden könne, unterstreicht das Team um Prof. Kathryn A. Robb von der University of Glasgow, Großbritannien.  Ein ebenfalls getestetes Planungstool hatte keinen positiven Effekt auf den FIT-Rücklauf.

TEMPO war ein 8-armige, randomisierte kontrollierte Studie mit 2×4-faktoriellem Design, eingebettet in das landesweite Scottish Bowel Screening Programme. Alle 40.000 konsekutiven Erwachsenen (50–74 Jahre), die für ein Darmkrebs-Screening infrage kamen, wurden mittels Blockrandomisierung einer von 8 Gruppen zugeteilt: 1. Standardeinladung; 2. empfohlene 1-Wochen-Rücksendefrist für den FIT; 3. 2-Wochen-Frist; 4. 4-Wochen-Frist; 5. problemlösendes Planungstool (ohne Frist); 6. Planungstool plus 1-Wochen-Frist; 7. Planungstool plus 2-Wochen-Frist; 8. Planungstool plus 4-Wochen-Frist.

Im Zeitraum 19.06.–03.07.2022 wurden 5000 Teilnehmer randomisiert jeder Gruppe zugeteilt, ohne dass jemand der Nachbeobachtung verloren ging. Da 266 Teilnehmer die Ausschlusskriterien erfüllten, wurden 39.734 (19.909 [50,1%] Frauen, 19.825 [49,9%] Männer; Durchschnittsalter 61,2 ±7,3 Jahre) in die Analyse einbezogen. Die Kontrollgruppe – ohne Frist und ohne Planungstool – hatte eine 3-Monats-

FIT-Rücklaufquote von 66,0% (3275/4965). Die höchste Rücklaufquote verzeichnete das Team mit einer 2-Wochen-Frist ohne Planungstool (3376/4964 [68,0%]; Differenz zur Kontrollgruppe: 2,0%; 95%-KI 0,2-3,9). Die niedrigste Rücklaufquote wurde beobachtet, wenn das Planungstool ohne Frist vergeben wurde (3134/4958 [63,2%]; Unterschied vs. Kontrolle von -2,8%; 95%-KI -4,7 bis -0,8).

Die primäre Analyse – unter Annahme unabhängiger Effekte der beiden Interventionen –, deutete auf einen klaren positiven Effekt der Fristsetzung hin (adjustierte OR [aOR] 1,13; 95%-KI 1,08-1,19; p<0,0001) und keinen Effekt bei der Verwendung eines Planungstools (aOR 0,98; 95%-KI 0,94–1,02; p=0,34), obwohl dies durch eine Interaktion zwischen den beiden Interventionen verkompliziert wurde (pInteraktion=0,0041). Bei denjenigen, denen eine Frist gesetzt wurde, gab es keine Evidenz dafür, dass der Erhalt eines Planungstools einen Effekt hatte (aOR 1,02; 95%-KI 0,97–1,07; p=0,53). Ohne Frist schien sich die Bereitstellung des Planungstools jedoch nachteilig auszuwirken (aOR 0,88; 95%-KI 0,81–0,96; p=0,0030). Ohne Planungstool gab es kaum Evidenz dafür, dass die Verwendung einer Frist die Rücklaufquoten nach 3 Monaten beeinflusste.

Sekundäre Analysen zeigten jedoch, dass die Verwendung von Fristen die Raten früherer Rückläufe (innerhalb von 1, 2 und 4 Wochen, insbesondere um den Zeitpunkt des Fristablaufs herum) erhöhte und die Notwendigkeit eines Erinnerungsschreibens nach 6 Wochen reduzierte. Dabei fanden die Autoren jedoch keine Evidenz für einen positiven Einfluss des Planungstools und keine Evidenz für Wechselwirkungen zwischen den Interventionen.

Fazit
Das Hinzufügen eines einzigen Satzes mit einer Fristempfehlung für die Rücksendung des FIT im Einladungsschreiben zum kolorektalen Screening führte zu einer zeitnäheren Rückgabe der FIT-Proben und verringerte den Bedarf an Erinnerungsschreiben. Diese Maßnahme ist äußerst kosteneffektiv und lässt sich problemlos in die Routinepraxis integrieren. Ein zusätzlich bereitgestelltes Planungstool hatte hingegen keinen positiven Einfluss auf die Rücklaufquote des FIT. (sf)

Autoren: Robb KA et al.
Korrespondenz: Katie Robb; [email protected]
Studie: Behavioural interventions to increase uptake of FIT colorectal screening in Scotland (TEMPO): a nationwide, eight-arm, factorial, randomised controlled trial
Quelle: Lancet 2025;405(10484):1081–1092. (open access)
Web: https://doi.org/10.1016/S0140-6736(24)02813-7