Darmkrebs: Kombi-Therapie wirkt auch bei RAS-Mutation28. Dezember 2023 Bild: ©appledesign – stock.adobe.com Eine erst vor kurzem zugelassene Kombinationstherapie für die Behandlung des metastasierten Darmkrebses scheint unabhängig vom Mutationsstatus des Proto-Onkogens RAS zu wirken. Das zeigt eine Studie fünf österreichischer Krebszentren, die Daten von mehr als 120 Betroffenen ausgewertet und ihre Ergebnisse nun veröffentlicht haben. Diese Resultate liefern dabei deutliche Hinweise, dass die Ergänzung der bisherigen Standardtherapie (FTD/TPI) mit dem monoklonalen Antikörper Bevacizumab die Therapiewirksamkeit auch bei Vorliegen einer häufigen und als problematisch geltenden Mutation (KRAS G12) sicherstellt. Bei der Behandlung von metastasiertem Dickdarmkrebs gilt noch immer die Verabreichung von Trifluridin/Tipiracil (FTD/TPI) als Standard für eine Spätlinientherapie. In aktuellen Studien wird nun die Ergänzung dieser Therapie mit dem monoklonalen Antikörper Bevacizumab untersucht, um so deren Wirksamkeit weiter zu optimieren. Doch kann diese neue Kombinationstherapie auch ein vermutetes Problem der Standard FTD/TPI-Therapie – geringere Wirksamkeit bei Vorhandensein einer als KRAS G12 bezeichnete Mutation – vermindern? Ein Team aus fünf österreichischen klinischen und akademischen Zentren unter Beteiligung der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften (KL Krems) hat sich nun genau dieser Frage angenommen – und ermutigende Antworten gefunden. Häufigste Mutation Tatsächlich ist KRAS G12 die bei weitem häufigste Mutation des metastasierten Dickdarmkrebses, und eine FTD/TPI-Therapie, die unabhängig von dieser Mutation wirkt, könnte neue Behandlungsoptionen für zahlreiche Betroffene schaffen. Nun hat das österreichische Team Daten von 123 Patienten zu deren Behandlungsregime, Therapieerfolg und Mutationsstatus der RAS-Gene erhoben. Über 100 der Betroffenen wurden dabei zuvor mit FTD/TPI plus Bevacizumab behandelt. Zu den Ergebnissen meint PD Dr. Hossein Taghizadeh von der Arbeitsgruppe Gastrointestinale Onkologie an der Klinischen Abteilung für Innere Medizin 1 des Universitätsklinikums St. Pölten, einem der Lehr- und Forschungsstandorte der KL Krems: „Kurz gesagt – unsere Ergebnisse liefern solide Hinweise, dass die Kombination mit Bevacizumab die Wirksamkeit der FTD/TPI-Behandlung unabhängig vom Mutationsstatus von RAS entfaltet – und das auch bei Vorkommen von KRAS G12. Damit würde der großen Anzahl Betroffener mit dieser Mutation tatsächlich eine bessere Behandlungsoption offenstehen.“ Wildtyp versus Mutation Im Detail ergab die Auswertung, dass der Median des Gesamtüberlebens bei Betroffenen mit der Wildtypform von RAS bei 9,63 Monaten lag, während die Gruppe der Betroffenen mit RAS-Mutationen ein Gesamtüberleben von 8,78 Monaten aufwies. Dieser Unterschied ist statistisch nicht signifikant. „Wir haben dann auch noch das Gesamtüberleben von Betroffenen mit ausschließlich der KRAS G12 Mutation mit jenem von allen anderen Patientinnen und Patienten – also denen, die andere RAS-Mutationen oder das Gen in Wildtypform trugen – verglichen“, führt Taghizadeh weitere Details der Studie aus. „Dabei zeigte sich auch hier, dass das Gesamtüberleben sich statistisch nicht unterschied. Ein klarer Hinweis darauf, dass die Ergänzung von FTD/TPI mit Bevacizumab auch bei Tumoren mit RAS-Mutationen, insbesondere KRAS G12, eine Verbesserung in der Behandlung ermöglichen kann.“ Neben der KL Krems waren an dieser Studie in Österreich das Ordensklinikum und die Johannes Kepler Universität in Linz, die Medizinische Universität Graz sowie die Landeskrankenhäuser Wiener Neustadt und Rohrbach beteiligt.
Mehr erfahren zu: "Klappt die Vier-Wochen-Operation für stabile Kassenbeiträge?" Klappt die Vier-Wochen-Operation für stabile Kassenbeiträge? Die stark steigenden Kosten für die medizinische Versorgung sollen gebremst werden. Dafür macht sich die Koalition jetzt konkret an ein Gesetz. Kommt es durch und im straffen Zeitplan ans Ziel?
Mehr erfahren zu: "Neoadjuvantes Ipilimumab plus Nivolumab beim Melanom: Gute Ergebnisse nach fünf Jahren" Weiterlesen nach Anmeldung Neoadjuvantes Ipilimumab plus Nivolumab beim Melanom: Gute Ergebnisse nach fünf Jahren Neoadjuvantes Ipilimumab plus Nivolumab hat sich als Standardtherapie für das Stadium III des Melanoms etabliert, wenngleich Langzeitdaten bislang fehlten. Nun stellt eine internationale Arbeitsgruppe in „Nature Medicine“ ein Fünf-Jahres-Update zur […]
Mehr erfahren zu: "Reseziertes Hochrisiko‑Melanom: Zusatz von Vibostolimab zu Pembrolizumab lohnt sich nicht" Weiterlesen nach Anmeldung Reseziertes Hochrisiko‑Melanom: Zusatz von Vibostolimab zu Pembrolizumab lohnt sich nicht Vibostolimab in Kombination mit Pembrolizumab führt im Vergleich zu Pembrolizumab als adjuvante Therapie bei Patienten mit reseziertem Melanom im Stadium IIB–IV zu keinem zusätzlichen klinischen Nutzen, so das Ergebnis einer […]