Darmmikrobiom, Metabolom und Immunsignatur bei Divertikelkrankheit11. September 2017 Illustration: Darmmikrobiom © Alex – fotolia.com Patienten mit Divertikelkrankheit besitzen laut einer kürzlich veröffentlichten Studie weniger Darmbakterien mit antientzündlicher Aktivität im Zusammenhang mit einer Infiltration der Mucosa durch Makrophagen. Die hier untersuchten Metabolomprofile seien mit Entzündungs-Pathways und einer neuromotorischen Dysfunktion des Darmes verbunden gewesen und hätten zudem eine Unterscheidung zwischen Patienten mit Divertikeln und Kontrollen ermöglicht. Die Wissenschaftler sehen in ihren Ergebnissen die ersten Schritte auf einem Weg hin zu größeren Studien, in denen gezielt nach Mikrobiomsignaturen gesucht wird, die bei Patienten mit Divertikalkrankheit potenziell einen diagnostischen Wert besitzen. Es sei oft angenommen worden, dass das Darmmikrobiom an der Entwicklung sowohl von Symptomen als auch Komplikationen der Divertikelkrankheit beteiligt ist, schreiben die Studienautoren. Die Arbeitsgruppe untersuchte daher in einer beschreibenden Querschnittstudie Immunozyten im Kolon sowie Darmbakterien und das Metabolom bei Patienten mit Divertikelkrankheit. Über ihre Ergebnisse berichten sie in der Zeitschrift „Gut“. Nach einer Koloskopie und anschließender Phänotypisierung anhand von Biopsien und Fragebögen wurden die Patienten in Gruppen mit Divertikulitis oder symptomatischer unkomplizierter Divertikelkrankheit eingeteilt. Asymptomatische Probanden dienten als Kontrollpersonen. Im Vergleich zu den Kontrollen wiesen Patienten mit Divertikeln – unabhängig davon, ob sich Symptome zeigten oder nicht – einen Anstieg von Makrophagen im Kolon um >70 % auf. Bei den Bakterien im Stuhl zeigte sich ein Schwund von Clostridium Cluster IV. Clostridium cluster IX, Fusobacterium und Lactobacillaceae waren im Vergleich zu asymptomatischen Patienten bei symptomatischen Studienteilnehmern ebenfalls reduziert. Die Studienautoren beobachteten einen negativen Zusammenhang zwischen Makrophagen und Clostridium Cluster IV sowie Akkermansia in der Mucosa. Veränderungen des Metaboloms in Harn und Stuhl bei Divertikelkrankheit betrafen die Hippurat- und Kynurenin-Pathways. Sechs Harnmoleküle erlaubten die Unterscheidung zwischen Patienten mit Divertikelkrankheit und Kontrollen mit einer Genauigkeit von >95 %. Autoren: Barbara G et al. Korrespondenz: Dr. Giovanni Barbara, St. Orsola-Malpighi Hospita, Via Massarenti, 9/Building #5, Bologna 40138, Italien; [email protected] Studie: Gut microbiota, metabolome and immune signatures in patients with uncomplicated diverticular disease Quelle: Gut 2017;66(7):1252–1261. Web: www.gut.bmj.com
Mehr erfahren zu: "RA-Therapie mit DMARDs: Neue S3-Leitlinie betont Therapieziel Remission" RA-Therapie mit DMARDs: Neue S3-Leitlinie betont Therapieziel Remission Die neue S3-Leitlinie zur RA-Therapie mit krankheitsmodifizierenden Medikamenten (DMARDs) empfiehlt den frühen Beginn der Therapie, unmittelbar nach gesicherter Diagnose. Das Ziel: Remission.
Mehr erfahren zu: "Clusterkopfschmerz: Wenn der Alltag zur Qual wird" Clusterkopfschmerz: Wenn der Alltag zur Qual wird Clusterkopfschmerzen gehören zu den schmerzintensivsten Kopfschmerzerkrankungen. Warum die seltene Erkrankung häufig spät erkannt wird, welche Faktoren die Attacken auslösen können und welche Therapien Betroffenen helfen, erklärt die Dresdner Kopfschmerzexpertin Gudrun […]
Mehr erfahren zu: "MASLD: Verbindung mit frühen kardiovaskulären und kognitiven Veränderungen festgestellt" MASLD: Verbindung mit frühen kardiovaskulären und kognitiven Veränderungen festgestellt Laut den Autoren einer Studie kann die Stoffwechseldysfunktion-assoziierte steatotische Lebererkrankung (MASLD) nicht länger als reine Lebererkrankung ohne systemische Auswirkungen betrachtet werden.