Daten zum Antibiotikaverbrauch für alle Krankenhäuser17. November 2017 Foto: © JLPfeifer/fotolia.com Krankenhäuser und andere Gesundheitseinrichtungen haben ab dieser Woche die Möglichkeit, ihren Antibiotikaverbrauch mit Referenzdaten zu vergleichen – mit der Antibiotika-Verbrauchs-Surveillance des Robert-Koch-Instituts. Die Daten können über eine interaktive Datenbank abgerufen werden. In Zusammenarbeit mit dem Nationalen Referenzzentrum für die Surveillance von nosokomialen Infektionen (NRZ) hat das Robert Koch-Institut (RKI) die Antibiotika-Verbrauchs-Surveillance (AVS) für den stationären Sektor aufgebaut. Nach einer Pilotphase 2014 läuft AVS seit 2015 im Routinebetrieb. Bisher haben sich mehr als 300 Krankenhäuser und Rehabilitationskliniken angemeldet und 190 Einrichtungen liefern Daten. Neben der Verbrauchs-Surveillance führt das RKI auch eine Antibiotika-Resistenz-Surveillance (ARS) durch, mit der Kliniken und niedergelassene Ärzte die Resistenzentwicklung vor Ort verfolgen und ihre Verordnung anpassen können AVS und ARS sind wichtige Voraussetzungen für Strategien zum umsichtigen Einsatz von Antibiotika (Antibiotic-Stewardship-Programme) in Kliniken. Prof. Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts betont: „Daten zum Antibiotikaverbrauch tragen dazu bei, kritische Bereiche im Krankenhaus zu identifizieren, die Wirksamkeit von Maßnahmen zu überwachen und eine gezieltere Verordnungspraxis zu erreichen“. Kampf gegen Resistenzen mit DART 2020 Deutschland hat mit der Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie (DART 2020) die erforderlichen Maßnahmen im Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen gebündelt. Wesentliche Ziele der DART 2020 sind die Förderung eines sachgerechten Antibiotika-Einsatzes in der Human- und Tiermedizin, die Aus-, Weiter- und Fortbildung des medizinischen Personals, die Information der Bevölkerung über Antibiotika-Resistenzen, die Förderung von Forschung und Entwicklung sowie der Ausbau der Antibiotika-Resistenz- und Antibiotika-Verbrauchs-Überwachung (Surveillance). Um gut ausgebildetes Personal zu fördern, werden Krankenhäuser durch das Hygieneförderprogramm mit insgesamt 460 Mio. Euro bis zum Jahr 2019 bei der Einstellung und Ausbildung von Hygienefachpersonal sowie der Weiterbildung von Infektiologen und bei externen infektiologischen Beratungsleistungen unterstützt. International hat Deutschland durch die DART 2020 eine Vorreiterrolle bei der Bekämpfung von Antibiotika-Resistenzen übernommen und diese erstmals zu einem Schwerpunktthema der diesjährigen deutschen G20-Präsidentschaft gemacht. Alle G20-Staaten haben zugesagt, bis Ende 2018 mit der Umsetzung eigener Nationaler Aktionspläne zu beginnen, den sachgerechten Einsatz von Antibiotika zu stärken und die Forschung gemeinsam voranzutreiben. Im Mittelpunkt des Europäischen Antibiotikatags sowie der vom 13. bis zum 19. November 2017 stattfindenden Welt-Antibiotika-Woche (World Antibiotic Awareness Week, WAAW) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stehen dieses Jahr das Gesundheitspersonal und seine wichtige Rolle bei der Bekämpfung von Antibiotika-Resistenzen.
Mehr erfahren zu: "Einsatz von Clowns in der Medizin erleichtert die Versorgung von Kindern und Jugendlichen rund um die OP" Einsatz von Clowns in der Medizin erleichtert die Versorgung von Kindern und Jugendlichen rund um die OP Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendchirurgie (DGKJCH) setzt sich für eine altersentsprechende Umgebung in Kliniken und rund um eine OP ein. Aus Sicht der chirurgischen Fachgesellschaft spielen hierbei Clowns […]
Mehr erfahren zu: "Adenotonsillektomie: Studie untersucht postoperative Gabe von Dexamethason bei Kindern" Weiterlesen nach Anmeldung Adenotonsillektomie: Studie untersucht postoperative Gabe von Dexamethason bei Kindern Dexamethason nach pädiatrischer Adenotonsillektomie oder nicht? Geht man nach dem Ergebnis einer aktuellen randomisierten klinischen Studie, dann ja. Die Kinder hatten weniger Schmerzen, ohne Zunahme von Komplikationen.
Mehr erfahren zu: "Primärversorgung: Klare Regeln für eine Patientensteuerung" Primärversorgung: Klare Regeln für eine Patientensteuerung Ärztepräsident Klaus Reinhardt und der Hausärztinnen- und Hausärzteverband sprechen sich für eine stärkere Steuerung über die Hausarztpraxis aus. Für Patienten, die sich an die Regeln halten, sollen sich Wartezeiten verkürzen.