Datenbank „NS-Schicksale“ geht online10. November 2020 Bundestierärztekammer BTK Foto/LOGO: © Bundestierärztekammer Bundestierärztekammer und Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft gedenken den im Nationalsozialismus verfolgten jüdischen Tiermedizinern Anlässlich des Jahrestags der Reichspogromnacht von 1938 ging am 09.11.2020 unter www.bundestieraerztekammer.de/ns-schicksale eine Datenbank online, mit der dauerhaft an die Opfer des Nationalsozialismus im Bereich der Tiermedizin gedacht wird. Hinter jedem Eintrag steht ein menschliches Schicksal, ein Mensch, dessen Existenz im Nationalsozialismus zerstört wurde. Die Datenbank soll einen Beitrag dazu leisten, die Verfolgung sichtbar zu machen, und ihr Namen von Mitbürgern geben, die aus dem öffentlichen Leben verschwanden. Sie enthält biografische Informationen zu Tierärzten und Studierenden der Tiermedizin sowie deren Angehörigen, die im Zeitraum zwischen 1933 und 1945 im Deutschen Reich lebten und wegen ihrer jüdischen Glaubenszugehörigkeit oder Abstammung verfolgt wurden. Eingerichtet wurde diese Gedenk-Datenbank auf Initiative der Fachgruppe „Geschichte der Veterinärmedizin“ der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft (DVG) und auf Grundlage einer Vereinbarung zwischen der DVG und Bundestierärztekammer (BTK). „Wir sehen die Datenbank als einen Beitrag zur Unterstützung der gesamtgesellschaftlichen Anstrengungen, insbesondere antisemitische Denkweisen und Klischees deutlicher zu benennen und zu bekämpfen“, erläutert Prof. Dr. Dr. h. c. Martin Kramer, Präsident der DVG, die Initiative. „Mit dieser eindeutigen Positionierung wollen wir die Tierärzteschaft darin bestärken, auf diesem Gebiet eine kompromisslose Haltung zu zeigen“, ergänzt der Präsident der BTK, Dr. Uwe Tiedemann. Basierend auf der Dissertation von Georg Möllers über „Jüdische Tierärzte im Deutschen Reich in der Zeit von 1918 bis 1945“ aus dem Jahr 2002 und ergänzt durch fortlaufende Recherchen enthält die Datenbank aktuell Informationen zu 154 Tiermedizinern, darunter eine Tierärztin. Mit teilweise neu entdeckten Fotos wird den Schicksalen im wörtlichen Sinn ein Gesicht gegeben. Mittels Suchmaske kann z. B. nach den Namen von Tiermedizinern oder nach deren Wohnorten gesucht werden, es können aber auch alle jüdischen Tiermediziner eines Bundeslands bzw. einer ehemals deutschen Region angezeigt werden. Diese Erfassung jüdischer Tiermediziner sollte weitgehend vollständig sein, DVG und BTK sind jedoch dankbar für alle Hinweise auf weitere, noch nicht berücksichtigte jüdische Tiermediziner. Auch Hinweise auf Tierärztinnen und Tierärzte nichtjüdischen Glaubens, die durch das NS-Regime verfolgt wurden, werden gerne entgegen genommen. Zusätzlich zum direkten Link (www.bundestieraerztekammer.de/ns-schicksale) kann die Datenbank von jeder Seite der BTK-Homepage durch Anklicken der schwarzen Gedenkschleife in der obersten Menüleiste geöffnet werden.
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