Datenschutzkonforme Augenbilder: In die Augen blicken ohne Erkennen10. September 2026 Sebastian Uschmann und Prof. Cord Spreckelsen (v.l.) vom Uniklinikum Jena entwickelten ein datenschutzkonformes Vorgehen zur KI-gestützten Erzeugung realitätsnaher Augenbilder. Foto: M. Szabó/UKJ Ein Medizininformatikteam des Universitätsklinikums Jena hat ein datenschutzkonformes Vorgehen zur KI-gestützten Erzeugung realitätsnaher Augenbilder entwickelt. Nach Angaben der Entwickler bleiben die generierten Bilder diagnostisch auswertbar. Jedoch ist die Identifizierung der für die Trainingsdaten abgebildeten Personen nicht mehr möglich. Das Team hat seine Arbeit im Fachjournal „PLOS Digital Health“ veröffentlicht. Sie zeigt einen neuen Ansatz, um die in der Augenmedizin bislang schwer miteinander vereinbaren Anforderungen an medizinische Nutzbarkeit und Anonymität zu erfüllen. Spezielle Anpassung eines generativen KI-Modells auf Augenbilder Bilddaten sind eine maßgebliche Grundlage für Entscheidungen in der Krankenversorgung. Ebenso spielen sie eine wichtige Rolle in der medizinischen Wissenschaft. Gleichzeitig enthalten Bilder oft Kennzeichen, die eindeutig mit einer bestimmten Person verbunden sind. Das stellt dann hohe Anforderungen an den Datenschutz. Besonders deutlich wird dieses Dilemma in der Augenmedizin. Sie benötigt für die Diagnostik Bilder vom Auge, die besonders gut für die Personenidentifizierung geeignet sind. Im Forschungsverbund Avatar stand ein Medizininformatikteam des Universitätsklinikums Jena vor der Aufgabe, datenschutzkonform Trainingsdaten für die augenmedizinische Geräteentwicklung bereitzustellen. In einem ersten Schritt haben die Medizininformatiker ein generatives KI-Modell speziell auf Augenbilder angepasst. „Es erzeugt aus echten Bildern synthetische Bilder, die den Originalen sehr ähnlich sind und deren Krankheitsmerkmale wiedergeben“, so Sebastian Uschmann. „Individuelle biometrische Details jedoch werden verändert.“ „Cone of Privacy“ schließt Bilder mit erhöhtem Datenschutzrisiko aus Dass diese Veränderung für eine Anonymisierung ausreicht, sichert ein zweiter Schritt. Die Wissenschaftler entwickelten zusätzlich ein analytisches Maß. Damit kann bewertet werden, wie ähnlich das synthetische Bild dem Original hinsichtlich der Identität ist. Auch zeigt sich, ob die wichtigen medizinischen Informationen erhalten geblieben sind. Erzeugte Bilder mit erhöhtem Datenschutzrisiko erkennt das als „Cone of Privacy“ bezeichnete Maß automatisch. Außerdem schließt es sie aus. Für die Evaluation des Verfahrens nutze das Team einen Datensatz mit 2000 Augenbildern von 704 Personen. „Der Algorithmus erzeugte realitätstreue synthetische Bilder, die sich für ophthalmologische Forschungs- und Entwicklungszwecke eignen, und identifizierte zuverlässig datenschutzkritische Bilder“, resümiert Prof. Cord Spreckelsen. „Das Verfahren lässt sich auf andere medizinische Bilddaten übertragen und trägt dazu bei, dass medizinische Daten datenschutzfreundlich in Kooperationen, als Trainingsdaten und für wissenschaftliche Fragestellungen genutzt werden können.“
Mehr erfahren zu: "Wenn Diabetes ins Auge geht: Neue Therapieansätze können die Behandlung erleichtern" Weiterlesen nach Anmeldung Wenn Diabetes ins Auge geht: Neue Therapieansätze können die Behandlung erleichtern Prof. Katrin Lorenz, Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft Klinische Studienzentren der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG), berichtete auf der Online-Pressekonferenz zur Kampagne „Für mehr Sehen. Entdecke das Potenzial klinischer Studien.“ welche neuen Erkenntnisse […]
Mehr erfahren zu: "Keratokonus: Entzündliche Hauterkrankungen als Risikofaktor" Keratokonus: Entzündliche Hauterkrankungen als Risikofaktor Entzündliche Hauterkrankungen sind Risikofaktoren für die Entwicklung eines Keratokonus. Ein gezieltes Screening bei Patienten mit solchen Erkrankungen könnte für die frühzeitige Diagnose subklinischer Hornhautveränderungen hilfreich sein.
Mehr erfahren zu: "Langzeitdaten zur okulären Hypertension: Die Rolle der OCT-Analyse" Langzeitdaten zur okulären Hypertension: Die Rolle der OCT-Analyse Die Ocular Hypertension Treatment Study (OHTS) zählt zu den wichtigsten Langzeitstudien in der Glaukomforschung. Ein neuer Bericht mit OCT-Daten zeigt nun, dass das OCT ein wichtiges Instrument zur Überwachung bei […]