DDW 2025: Wendepunkt bei Magenkrebs20. Mai 2025 Magenkrebs (Abbildung: © Sebastian Kaulitzki/stock.adobe.com) Laut einer bei der diesjährigen Digestive Disease Week (DDW; San Diego/USA, 3.-6. Mai) präsentierten Untersuchung wird Magenkrebs inzwischen zunehmend in weniger fortgeschrittenen, besser behandelbaren Stadien diagnostiziert. „Diese Trends deuten darauf hin, dass Fortschritte in der endoskopischen Bildgebung und die zunehmende Verbreitung endoskopischer Untersuchungen des oberen Verdauungstraktes helfen könnten, Magenkrebs früher zu erkennen“, sagte Dr. Mohamed Tausif Siddiqui, Hauptautor der Studie und Gastroenterologe an der Cleveland Clinic (USA). „Diese Veränderungen sind wichtig, da eine frühere Identifizierung von Magenkrebs zu einer weniger invasiven Behandlung und besseren Patientenergebnissen führen kann.“ Für die USA prognostiziert die American Cancer Society, dass es im laufenden Jahr zu etwa 26.500 Neuerkrankungen und mehr als 10.800 Todesfällen aufgrund von Magenkrebs kommen wird. Anhand von Daten aus der SEER-22-Datenbank des US-amerikanischen National Cancer Institute stellten Siddiqui et al. fest, dass die Diagnosen von Magenkrebs im Frühstadium in den Jahren 2004 bis 2021 stetig um etwa 53 Prozent zunahmen, während die Zahl der Fälle in einem bereits fortgeschrittenen Stadium deutlich zurückging. Sinkende Magenkrebsinzidenz in den USA Insgesamt ist die Magenkrebsinzidenz in den USA in den vergangenen zwei Jahrzehnten leicht zurückgegangen – von 8,44 pro 100.000 Einwohner im Jahr 2000 auf 7,53 im Jahr 2021. Die niedrigste Rate von 6,42 pro 100.000 wurde im Jahr 2020 verzeichnet, was wahrscheinlich auf einen vorübergehenden Rückgang der medizinischen Eingriffe während der COVID-19-Pandemie zurückzuführen ist. Laut der Studie war 2021 das erste Jahr, in dem lokalisierter Magenkrebs im Frühstadium das am häufigsten diagnostizierte Stadium wurde und Fälle, die in einem fortgeschritteneren Stadium festgestellt wurden, überholte. Zwischen 2004 und 2021 sanken die Diagnosen mit regionaler Tumorausbreitung um 38 Prozent, während die Fälle im fortgeschrittenen Stadium um fast acht Prozent zurückgingen. Obwohl Magenkrebs im Frühstadium im Allgemeinen besser behandelbar ist, wurde in der Studie nicht untersucht, ob diese Verschiebungen im Diagnosestadium zu Veränderungen der Sterblichkeitsraten geführt haben. Nach Siddiquis Ansicht unterstreicht die bei der DDW 2025 vorgestellte Studie den potenziellen Wert von Früherkennungsstrategien und stützt den weiteren Einsatz hochwertiger endoskopischer Instrumente und Techniken. Sie zeige zudem die Möglichkeit auf, dass das Screening von Hochrisikopersonen die Überlebensraten weiter verbessern könnte, erklärte der Autor. Zu den Personen mit dem höchsten Risiko für Magenkrebs zählen Personen mit einer Helicobacter-pylori-Infektion, einer familiären Vorbelastung, bestimmten vererbten genetischen Erkrankungen oder langfristigen Verdauungsbeschwerden wie Reflux. Siddiqui erklärte, dass neuere Technologien – wie hochauflösende Endoskope, Schmalbandbildgebung und endoskopischer Ultraschall – es ermöglichen, bei der Magenuntersuchung schon subtile Schleimhautveränderungen zu erkennen. Diese Innovationen, kombiniert mit einer erhöhten klinischen Aufmerksamkeit für gastrointestinale Symptome, könnten die positive Trendwende erklären, meint der Gastroenterologe. Dr. Amit Bhatt, ebenfalls von der Cleveland Clinic und Seniorautor der vorgestellten Studie, betonte, dass weitere Forschung erforderlich sei, um die demografische Entwicklung bei Magenkrebs in den USA besser zu definieren. Er sagte, die Ergebnisse könnten dazu beitragen, die Diskussion über gezieltes Screening auf Magenkrebs in Hochrisikogruppen zu intensivieren – und so die Aufmerksamkeit auf ein Thema lenken, das in Zukunft möglicherweise stärker im Fokus der öffentlichen Gesundheit stehen sollte.
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