Defibrillator-Implantation bei nicht ischämischer systolischer Herzinsuffizienz10. Januar 2017 © fotodo – fotolia.com Geht eine symptomatische systolische Herzinsuffizienz auf eine koronare Herzkrankheit (KHK) zurück, ist der Nutzen eines implantierbaren Kardioverter-Defibrillators (ICD) gut belegt. Die Evidenz für einen Nutzen prophylaktischer ICDs bei Patienten, deren systolische Herzinsuffizienz nicht auf eine KHK zurückgeht, basiert hingegen bislang vorwiegend auf Subgruppen-Analysen. Doch seit den wichtigen ICD-Studien hat sich das Management der Herzinsuffizienz verbessert, heutzutage erhalten viele Patienten eine kardiale Resynchronisationstherapie (CRT). Daher widmeten sich Forscher aus Dänemark nun der Frage nach dem Nutzen von ICD unter diesen Voraussetzungen. In ihrer randomisierten, kontrollierten Studie wiesen die DANISH Investigators um Dr. Lars Køber vom Universitätsklinikum Kopenhagen 556 Patienten mit symptomatischer Herzinsuffizienz (linksventrikuläre Ejektionsfraktion ≤35 %), die nicht auf eine KHK zurückging, dem Erhalt eines ICD zu, und 560 Patienten bekamen die übliche klinische Versorgung (Kontrollgruppe). In beiden Gruppen erhielten 58 % eine CRT. Als primären Endpunkt der Studie legten die Autoren die Mortalität aller Ursachen fest. Sekundäre Endpunkte waren plötzlicher Herztod und kardiovaskulärer Tod. Wie das Team um Køber beobachtete, trat nach einer medianen Nachbeobachtung von 67,6 Monaten der primäre Endpunkt bei 120 Patienten (21,6 %) in der ICD-Gruppe und 131 Patienten (23,4 %) in der Kontrollgruppe auf (Hazard Ratio 0,87; 95 %-Konfidenzintervall [KI] 0,68–1,12; P=0,28). Einen plötzlichen Herztod erlitten 24 Patienten (4,3 %) in der ICD-Gruppe und 46 Patienten (8,2 %) in der Kontrollgruppe. Damit ergab sich eine HR von 0,50 (95 %-KI 0,31–0,82; P=0,005). Eine Infektion des Geräts verzeichneten die Autoren bei 27 Patienten (4,9 %) in der ICD-Gruppe und 20 Patienten in der Kontrollgruppe (3,6 %) (P=0,29). „In dieser Studie war die prophylaktische ICD-Implantation bei Patienten mit symptomatischer Herzinsuffizienz, die nicht auf eine KHK zurückging, nicht mit einer signifikant geringeren Langzeitrate der Mortalität aller Ursachen assoziiert als die übliche klinische Versorgung“, bilanzieren sie daher. Autoren: Køber L et al. Korrespondenz: [email protected] Studie: Defibrillator Implantation in Patients with Nonischemic Systolic Heart Failure Quelle: N Engl J Med 2016;375(13):1221–1230. Web: dx.doi.org/10.1056/NEJMoa1608029
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