Demenzprävention durch Blutdrucksenkung29. März 2023 © Robert Kneschke – stock.adobe.com (Symbolbild) Beobachtungsstudien deuten auf einen U-förmigen Zusammenhang zwischen dem Blutdruck und dem Auftreten von Demenz im Alter hin. Um die Auswirkungen einer blutdrucksenkenden Behandlung zur Vorbeugung von Demenz noch besser definieren zu können, wertete eine Forschergruppe unter Leitung von Ruth Peters von der University of New South Wales in Sydney die Daten einzelner Teilnehmer aus 5 randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studien in einer gepoolten Analyse aus. Konkret handelte es sich um die Studien ADVANCE, HYVET, PROGRESS, SHEP und SYST-EUR. Zur Bewertung des Behandlungseffektes auf das Auftreten von Demenz verwendeten die Forscher um Peters eine mehrstufige logistische Regression bei einer Gesamtstichprobe von 28.008 Personen aus 20 Ländern (mittleres Alter 69,1 ±9,3 Jahre, 46,8% Frauen, mittlerer Ausgangsblutdruck 155,8/82,9 mmHg). Unter Berücksichtigung für wichtige Bevölkerungsmerkmale wie Alter, systolischer Blutdruck zu Beginn der Studie, Geschlecht und das Vorliegen eines Schlaganfalls quantifizierten sie den Beitrag der Studienmedikation und der Veränderungen des systolischen und diastolischen Blutdrucks auf das Demenzrisiko. Im Laufe einer medianen Nachbeobachtungszeit von 4,3 Jahren (IQR 3,5–4,5) traten 861 Fälle von Demenz auf: 403 (2,9%) in der behandelten und 458 (3,3%) in der Placebogruppe. Peters und Kollegen berechneten eine OR von 0,87 (95%-KI 0,75–0,99) zugunsten der blutdrucksenkenden Behandlung. Das Risiko einer Demenzerkrankung reduzierte sich bei einer mittleren Blutdrucksenkung von 10/4 mmHg. Eine weitere Auswertung unter Berücksichtigung des Todes als konkurrierendes Risiko ergab ähnliche Ergebnisse. Alter oder Geschlecht beeinflussten die Ergebnisse nicht. Weiterhin war eine stärkere Senkung des Blutdrucks in der aktiv behandelten Gruppe mit einer stärkeren Verringerung des Demenzrisikos verbunden, wie die Studienautoren erläutern. Fazit Die erste einstufige Metaanalyse individueller Patientendaten liefert Evidenz der Klasse I dafür, dass eine antihypertensive Behandlung im Vergleich zu einem Placebo das Risiko einer Demenz zu reduzieren vermag. Sie weisen darauf hin, dass weiterhin offen bleibe, inwieweit eine zusätzliche Senkung des Blutdrucks bei Menschen mit bereits gut eingestelltem Bluthochdruck und eine früher im Lebensverlauf begonnene antihypertensive Behandlung das langfristige Demenzrisiko senken können. (ah) Autoren: Peters R et al. Korrespondenz: Ruth Peters; [email protected] Studie: Blood pressure lowering and prevention of dementia: an individual patient data meta-analysis Quelle: Eur Heart J 2022;43(48):4980–4990. Web: https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehac584
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