Depression als Volkskrankheit in der NAKO-Gesundheitsstudie26. Februar 2019 Foto: © LIGHTFIELD STUDIOS – Fotolia.com Die NAKO Gesundheitsstudie – eine der großen Kohortenstudien weltweit – erforscht wichtige Volkskrankheiten, darunter auch die psychischen Erkrankungen. Ziel der Studie ist es, herauszufinden, welche Faktoren in der heutigen Zeit zu akuten Symptomen oder zu Neuerkrankungen führen. “Die Depression ist weltweit eines der häufigsten Leiden und führt zu einer erheblichen Beeinträchtigungen der Lebensqualität im Alltag”, erklärte Prof. Dan Rujescu, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik und Vertreter des NAKO-Studienzentrums an der Universität Halle-Wittenberg. Schätzungen zufolge sind in Deutschland mehr als vier Millionen Menschen davon betroffen, während weltweit 350 Millionen darunter leiden. Die Wahrscheinlichkeit, im Leben an einer Depression zu erkranken, wird aktuell auf mehr als 20 Prozent geschätzt. “Als Risikofaktoren zählen genetische, biologische und psychosoziale Faktoren. Ebenso dürfen Umweltkomponenten, aktuelle psychische Belastungen und belastende akkumulierte Lebensereignisse nicht außer Acht gelassen werden”, sagte der Hallesche Wissenschaftler. “Trotz intensiver Bemühungen sind jedoch noch nicht alle Ursachen geklärt. “Auch deshalb bildet die Depression einen Forschungsschwerpunkt der NAKO. “Die NAKO-Gesundheitsstudie erfasst detailliert Angaben zur psychischen Gesundheit und zu möglichen depressiven Symptomen”, kommentierte Prof. Klaus Berger, Direktor des Institutes für Epidemiologie und Sozialmedizin, Universität Münster, und Leiter der Expertengruppe “Neurologische und psychische Erkrankungen” innerhalb der NAKO. “Diese sogenannten Symptomdaten werden mit den Ergebnissen aus der Bildgebung des Gehirns und aus der Genomik verknüpft. Dadurch wird es möglich sein, neue Erkenntnisse über die Ursachen der Depression und den Wechselspiel zwischen Depressionen und anderen Krankheiten zu gewinnen.” Für die NAKO-Vorsitzende, Prof. Annette Peters vom Helmholtz Zentrum München, kann und wird die NAKO-Gesundheitsstudie einen wichtigen Beitrag zum Verständnis von depressiven Erkrankungen leisten. “Je mehr wir über die Ursachen wissen, desto besser sind die Möglichkeiten, die Depression zu verhindern und neue Behandlungsmethoden zu entwickeln.” Hintergrund NAKO-Gesundheitsstudie: Seit 2014 werden in der NAKO-Gesundheitsstudie zufällig aus den Melderegistern gezogene Männer und Frauen zwischen 20 und 69 Jahren bundesweit in 18 Studienzentren medizinisch untersucht und nach ihren Lebensumständen befragt. Ziel ist es, chronische Erkrankungen, wie zum Beispiel Krebs, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Rheuma, Infektionen und Depression genauer zu erforschen, um Prävention, Früherkennung und Behandlung dieser in der Bevölkerung weit verbreiteten Krankheiten zu verbessern. Das multizentrische Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, den beteiligten Ländern und der Helmholtz-Gemeinschaft gefördert. Bis Ende Januar 2019 haben mehr als 194.000 Personen (davon 27.700 an der zusätzlichen einstündigen MRT-Ganzkörperuntersuchung) an der NAKO Studie teilgenommen.
Mehr erfahren zu: "Biomarker gibt Hinweise auf schleichendes Fortschreiten bei Multipler Sklerose" Biomarker gibt Hinweise auf schleichendes Fortschreiten bei Multipler Sklerose Moderne Therapien können Schübe bei Multipler Sklerose (MS) heute wirksam verhindern. Dennoch kann die Erkrankung auch ohne Schübe fortschreiten. Ein neuer blutbasierter Biomarker könnte helfen, diesen Krankheitsverlauf und den Behandlungserfolg […]
Mehr erfahren zu: "Anzahl vermeidbarer Behandlungsfehler leicht gestiegen" Anzahl vermeidbarer Behandlungsfehler leicht gestiegen Auch bei medizinischen Eingriffen kommen Pannen vor – und die Folgen können gravierend sein. Besonderes Augenmerk liegt auf Fehlern, die eigentlich nicht vorkommen sollten. Die Dunkelziffer ist hoch.
Mehr erfahren zu: "Depressionen im Alter mit geringerem Volumen in Teilen des Hippocampus verbunden" Depressionen im Alter mit geringerem Volumen in Teilen des Hippocampus verbunden Eine Studie mit mehr als 2.000 kognitiv gesunden älteren Erwachsenen ergab, dass Depressionen mit strukturellen Unterschieden in einem bestimmten Bereich des Hippocampus einhergingen – unabhängig von wesentlichen Risikofaktoren für die […]