Depression bei HIV-Infizierten: Myokardinfarkt-Risiko erhöht3. April 2017 © lordn – fotolia.com HIV-infizierte Menschen leben heute dank der hoch effektiven antiretroviralen Therapie länger. Daher ist es wichtig, neue Risikofaktoren und Ansätze zur Primärprävention kardiovaskulärer Erkrankungen bei HIV-Infizierten zu identifizieren. Eine neue Studie zeigt nun, dass HIV-infizierte Erwachsene mit schwerer Depression (MDD) nach der Adjustierung um viele potenzielle Störfaktoren ein um 30 % höheres Risiko für einen akuten Myokardinfarkt (AMI) haben als HIV-infizierte Erwachsene ohne MDD. Die Befunde werfen den Autoren zufolge die Möglichkeit auf, dass MDD unabhängig mit einer neu auftretenden atherosklerotischen kardiovaskulären Erkrankung (CVD) in der HIV-infizierten Population assoziiert sein kann. Das Team um Dr. Tasneem Khambaty von der University of Miami, Coral Gables, schloss 26.144 HIV-infizierte Veteranen in ihre Kohortenstudie ein, die eingangs (1998-2003) keine CVD hatten und vom 01.04.2003 bis zum 31.12.2009 an der US Department of Veterans Affairs Veterans Aging Cohort Study teilnahmen. Eingangs wurden 4853 Veteranen (19 %) mit MDD und 2296 (9 %) mit dysthymer Störung identifiziert. Die aktuelle Analyse erfolgte von Januar bis November 2015. Wie den Ergebnissen zu entnehmen ist, lag das mittlere Alter (SD) derjenigen mit MDD bei 47,3 (7,9) Jahren und bei jenen ohne MDD bei 48,2 (9,7) Jahren. Während einer Nachbeobachtung von 5,8 Jahren dokumentierten die Wissenschaftler 490 AMI-Ereignisse (1,9 %). Eine eingangs bestehende MDD war nach der Adjustierung um demographische Faktoren (Hazard Ratio [HR] 1,31; 95 %-KI 1,05–1,62), CVD Risikofaktoren (HR 1,29; 95 %-KI 1,04-1,60) und HIV-spezifische Faktoren (HR 1,30; 95 %-KI 1,05-1,62) mit neu auftretenden AMI assoziiert. Eine weitere Adjustierung um Hepatitis C, Nierenerkrankungen, Substanzmissbrauch und Hämoglobinspiegel (HR 1,25; 95 %-KI 1,00–1,56) sowie Einnahme von Antidepressiva (HR 1,12; 95 %-KI 0,87–1,42) schwächte die Zusammenhänge ab. Hingegen war eine eingangs vorliegende dysthyme Störung nicht mit einem neu auftretenden AMI assoziiert. Autoren: Khambaty T et al. Korrespondenz: [email protected] Studie: Association Between Depressive Disorders and Incident Acute Myocardial Infarction in Human Immunodeficiency Virus-Infected Adults: Veterans Aging Cohort Study Quelle: The Journal of the American Medical Association (JAMA) Cardiol 2016;1(8):929–937. Web: dx.doi.org/10.1001/jamacardio.2016.2716
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