Dermatologische Konsensempfehlung: Verantwortungsvolles Verschreiben von Opioiden17. Juni 2020 ©Max Rode – Adobe Stock Ein allzu sorgloser Umgang mit Schmerzmitteln wie Oxycodin hat in den USA zu einer „Opioid-Epidemie“ geführt. Die zu häufig und zu schnell erfolgende Verschreibung stellt einen Hauptbeitrag der gegenwärtigen Opioidkrise in den USA dar. Ein Mangel an Leitlinien trägt zu den enormen Unterschieden im Verschreibungsverhalten bei. Ziel der vorliegenden Arbeit US-amerikanischer Dermatologen ist die Aufstellung einer Konsensleitlinie zur Opioidverschreibung bei alltäglichen dermatologischen Vorgängen. Unter Anwendung eines 4-stufigen Delphi-Verfahrens führten die Autoren eine systematische Diskussion in einem dermatologischen Gremium durch; Schwerpunkte bildeten hierbei die allgemeine Dermatologie, die dermatologische Chirurgie sowie die phlebologische und ästhetische Dermatologie. Die Leitlinien wurden zum Einsatz bei Opioid-naiven Patienten entwickelt, die sich dermatologischen Routinebehandlungen unterziehen. Der Begriff „Opioid-Tablette“ wurde als Äquivalent zu einer oralen Dosis von 5 mg Oxycodon definiert.Postoperativen Schmerzen nach unkomplizierten Eingriffen (die nach Auswertung 76 % der dermatologisch-chirurgischen Prozeduren ausmachen) kann effektiv mittels Paracetamol und/oder Ibuprofen begegnet werden. Der Gruppenkonsens kam zu keinem spezifischen dermatologischen Szenario, das gewohnheitsmäßig mehr als 15 Tabletten mit 5 mg Oxycodon erfordert, um postoperative Schmerzen zu lindern. Der Gruppenkonsens befand, dass 23 % der Behandlungsszenarien 1–10 Opioid-Tabletten verlangen. Diese Empfehlungen basieren anstelle eines Studienergebnisses auf einem Expertenkonsens. Die Empfehlungen müssen daher individuell auf die Charakteristika und die Komorbiditäten des jeweiligen Patienten abgestimmt werden.Fazit: Die Empfehlungen dienen der verantwortungsvollen Verschreibung von Opioiden, um wirksames postoperatives Schmerzmanagement nach dermatologischen Interventionen zu gewährleisten. (am)
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