Determinanten für Reflux-induzierten chronischen Husten25. September 2018 © Adiano – fotolia.com Man geht davon aus, dass ein gastroösophagealer Reflux als wichtiger Faktor zu einem nicht erklärbaren chronischen Husten beiträgt. Unklar war bislang allerdings, warum bei ein und demselben Patienten manche Refluxepisoden einen solchen Husten verursachen und andere nicht. Um die Mechanismen besser zu verstehen, durch die ein Reflux Husten verursacht, haben die Studienautoren versucht, diejenigen Faktoren zu identifizieren, die beim Auslösen eines Hustenreizes eine wichtige Rolle spielen. In eine multizentrische Studie wurden 49 Patienten mit Reflux-assoziiertem Husten eingeschlossen und mittels pH-Impedanz-Druck-Monitoring analysiert. Die Wissenschaftler verglichen anschließend die Merkmale von Refluxepisoden, die von Husten gefolgt wurden, mit denen von solchen, die nicht mit Husten assoziiert waren. Die Studienautoren um Erstautor Dr. Thomas V. K. Herregods von der Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie am Academic Medical Centre Amsterdam stellten fest, dass mit 72,4 % die Mehrheit der Refluxepisoden sauer waren (pH<4). Im Vergleich zu Refluxepisoden, auf die kein Husten folgte, waren solche mit Husten mit einem höheren proximalen Ausmaß (p=0,0001) assoziiert sowie mit einer längeren Clearance-Zeit (p=0,002) und einer höheren Säurelast in dem vorherigen 15-Minuten-Zeitfenster (p=0,019) sowie mit einer höheren Refluxlast im vorherigen 30-Minuten-Zeitfenster (p=0,044). Die Wissenschaftler fanden in den Untersuchungsergebnissen keinen signifikanten Unterschied zwischen den Gruppen in Bezug auf den pH-Nadir, den Abfall des pH-Wertes, die Säure-Clearance-Zeit oder den prozentualen Anteil von sauren Reflux-Episoden. Fazit Beim Auslösen von Husten scheinen das Vorliegen eines größeren Refluxat-Volumens und eine längere Exposition des Ösophagus gegenüber Reflux eine wichtige Rolle zu spielen, fassen die Autoren zusammen. Die Säurehaltigkeit des Refluxates hingegen ist offenbar weniger relevant. „Dies hilft zu erklären, warum die meisten Patienten mit chronischem Husten tendenziell von einer Behandlung mit Säureblockern nicht profitieren“, schreiben die Forscher abschließend in der Zeitschrift „Gut“. Autoren: Herregods TVK et al. Korrespondenz: Dr. Thomas V. K. Herregods, Department of Gastroenterology and Hepatology, Academic Medical Centre Amsterdam, Meibergdreef 9, Room A3-246, Amsterdam-Zuidoost 1105 AZ, Niederlande; [email protected] Studie: Determinants of reflux-induced chronic cough Quelle: Gut 2017;66(12):2057–2062. Web: gut.bmj.com
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