Deutlich mehr Kinder mit Typ-1-Diabetes während der Coronapandemie25. Januar 2022 Foto: ©Africa Studio – stock.adobe.com Schon lange wird für Virusinfektionen eine Assoziation mit dem Auftreten eines Typ-1-Diabetes diskutiert. Nun zeigt eine Studie jeweils etwa drei Monate nach den Höhepunkten der ersten drei Coronawellen einen starken Anstieg der Inzidenz des Typ-1-Diabetes um bis zu 50 Prozent. Die Ursachen für den Anstieg der Neuerkrankungen ist aber noch unklar. In der multizentrischen Studie werteten die Forscher um PD Dr. Clemens Kamrath, Kinderdiabetologe an der Justus-Liebig-Universität Gießen, bundesweite Daten zur Häufigkeit von Neuerkrankungen des Typ-1-Diabetes bei Kindern und Jugendlichen von Januar 2020 bis Ende Juni 2021 aus und verglichen dies mit den Daten der Vorjahre von 2011 bis 2019. Die Daten stammen aus dem bundesweiten DPV-(Diabetes-Patienten-Verlaufsdokumentation-)Register unter Leitung von Prof. Reinhard W. Holl an der Universität Ulm. In den ersten 18 Monaten der Pandemie wurden in Deutschland 5162 Kinder und Jugendliche mit neudiagnostiziertem Typ-1-Diabetes registriert, entsprechend einer Inzidenz von 24,4 pro 100.000 Patientenjahre. Anhand der Trendanalyse der Jahre 2011 bis 2019 wäre jedoch eine Inzidenz von 21,2 zu erwarten gewesen. Dies entspricht einer Inzidenzerhöhung um 15 Prozent im Zeitraum der Pandemie. Besonders stark betroffen von der Erhöhung der Typ-1-Diabetesinzidenz waren Kleinkinder im Alter unter sechs Jahren, bei denen die Häufigkeit im Gesamtzeitraum um 23 Prozent und im ersten Halbjahr 2021 sogar um 34 Prozent anstieg. Eine monatsspezifische Analyse zeigte einen zeitlichen Zusammenhang mit den ersten drei Wellen der Coronapandemie. Jeweils etwa 3 Monate nach den Höhepunkten der ersten drei Coronawellen zeigte sich ein starker Anstieg der Inzidenz des Typ-1-Diabetes um bis zu 50 Prozent. Valide Informationen zu einer COVID-19-Infektion im Zeitraum vor der Manifestation des Typ-1-Diabetes lagen bei den Kindern nicht vor, sodass die Ursache für die erhöhte Anzahl von Neuerkrankungen den Forschern zufolge unklar ist.
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