Deutsche Atemwegsliga verleiht Forschungsstipendium für klinische Pneumologie an Tessa Schneeberger

Vergabe des Forschungsstipendiums für klinische Pneumologie, (v. l.) Tessa Schneeberger, Prof. Heinrich Worth, stellv. Vorsitzender der Deutschen Atemwegsliga. (Foto: © Deutsche Atemwegsliga)

Die Deutsche Atemwegsliga hat das Forschungsstipendium für klinische Pneumologie 2023 an Tessa Schneeberger von der Schön Klinik Berchtesgadener Land/Philipps-Universität Marburg (Standort Schönau a. K.) verliehen.

Schneeberger erhielt die Auszeichnung für das von ihr vorgestellte Forschungsvorhaben: „Effekte einer selbstregulierenden Sauerstoffsubstitution vs. einer konstanten Sauerstoffsubstitution während eines Ausdauertrainings bei hypoxämischen Patienten mit chronischer Lungenerkrankung – eine randomisierte, doppelt-verblindete, kontrollierte cross-over Pilot-Studie”.

Das mit dem Stipendium ausgestattete Forschungsvorhaben umfasst eine randomisierte, doppelt-verblindete, kontrollierte Cross-over-Pilotstudie, mit der die Effekte einer selbstregulierenden Sauerstoffsubstitution im Vergleich zu einer konstanten Sauerstoffsubstitution während eines Ausdauertrainings bei hypoxämischen Patienten mit chronischer Lungenerkrankung untersucht werden sollen. Hypoxämie ist ein häufiges Problem bei PatientInnen mit chronischen Lungenerkrankungen und kann die Dyspnoe sowie die körperliche Aktivitätstoleranz dieser Patienten erheblich beeinflussen.

Das innovative Gerät O2matic aus Dänemark passt die Sauerstoffzufuhr automatisch an den aktuellen Bedarf des Patienten an, indem es die Sauerstoffsättigung kontinuierlich misst. Dies könnte eine Lösung für das häufige Problem der nicht optimalen Sauerstoffgabe während körperlicher Aktivität bei Nutzung einer konstanten Sauerstoffzufuhr bieten.

In der Studie wird nicht nur das Atemnotempfinden bei sauerstoffpflichtigen PatientInnen während des Ausdauertrainings untersucht werden. Auch Kohlenstoffdioxidkonzentration im Blut, Sauerstoffsättigung, empfundener Beinermüdung, Anzahl der Erholungspausen und Patientenpräferenzen bezüglich des Sauerstoffflusssystems werden evaluiert.

Eine frühere Studie dieser Arbeitsgruppe hat gezeigt, dass eine automatische Sauerstoffgabe im Vergleich zu einer leitlinienkonformen, konstanten Sauerstoffflussrate die körperliche Leistungsfähigkeit und das Atemnotgefühl bei sauerstoffpflichtigen COPD-Patienten akut verbessern kann. Allerdings ist der Einsatz einer solchen Technologie während eines Ausdauertrainings im Rahmen einer pneumologischen Rehabilitation noch nicht erforscht worden. Die Ergebnisse dieser Pilotstudie könnten den Weg für eine Hauptstudie ebnen und zu einer personalisierten Therapie für sauerstoffpflichtige PatientInnen beitragen, indem sie ihnen hilft, ihre Ausdauerleistungsfähigkeit mit weniger Atemnot und ggf. noch effektiver zu trainieren, ist die Deutsche Atemwegsliga überzeugt.

Die Verleihung des Forschungsstipendiums für klinische Pneumologie fand im Rahmen des diesjährigen Deutschen Lungentages „Der Lungentag bewegt – Prävention, körperliche Aktivität, Rehabilitation“ am 30.09.2023 in der Charité in Berlin statt.