Deutsche Gesellschaft für HNO-Heilkunde befürchtet negative Folgen der Notfallreform8. April 2026 Grafik: Jefri – stock.adobe.com Die geplante Notfallreform in Deutschland wird nach Einschätzung der Fachgesellschaft spürbare Auswirkungen auch auf die Versorgung von Patienten mit akuten Erkrankungen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich haben. Sie fordert daher die Einbindung der HNO-Fachexpertise. Im Vorfeld ihrer Jahresversammlung vom 13. bis 16. Mai in Ulm hat die Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO-KHC) vor möglichen Versorgungslücken gewarnt. Sie sieht einen Abstimmungs- sowie Schulungsbedarf bei den zu erwartenden zentralisierten Strukturen. Hintergrund ist, dass im Zuge der Reform flächendeckend Integrierte Notfallzentren (INZ) an ausgewählten Krankenhäusern vorgesehen sind, die aus Notaufnahme, KV-Notdienstpraxis und einer zentralen Ersteinschätzungsstelle bestehen. Diese sollen über digitale Vernetzung und koordinierte Triageprozesse für eine effizientere Patientensteuerung sorgen. „HNO- Notfälle sind vielfältig und häufig unterschätzt“ Die DGHNO-KHC kritisiert in diesem Zusammenhang, dass HNO-Notfälle im System bislang nicht spezifisch berücksichtigt sind, obwohl sie häufig auftreten und teilweise lebensbedrohlich sein können – etwa bei schweren Blutungen, Atemnot oder ausgeprägten Infektionen im Kopf- Halsbereich. Deshalb fordert sie, „HNO-Expertise strukturell und organisatorisch in die Notfallreform zu integrieren“. „HNO-Notfälle sind vielfältig und häufig unterschätzt. Eine fachfremde oder unkundige Ersteinschätzung kann hier zu Verzögerungen und Fehlleitungen führen, die wir uns aus Patientensicht nicht leisten dürfen”, betont Prof. Janina Hahn, Oberärztin der HNO-Universitätsklinik Ulm, und befürchtet mit Blick auf die geplanten INZ-Strukturen: „Ohne klare HNO-Leitwege riskieren wir, dass Patientinnen und Patienten unnötig in Kliniknotaufnahmen landen oder wichtige Befunde zu spät erkannt werden.“ Die DGHNO-KHC sieht jedoch auch das Potenzial der Reform, wie Hahn erläutert: „Die Reform ist notwendig – aber nur erfolgreich, wenn sie die Fachexpertise aller medizinischen Disziplinen systematisch integriert. Ein weiterer wichtiger hier zu nennender Punkt ist das Potenzial der Digitalisierung, auch hinsichtlich möglicher digitaler Triage Tools.” BIERMANN/hr
Mehr erfahren zu: "Veränderte saisonale Häufungen: Atemwegsinfektionen und kardiovaskuläre Mortalität unter Einfluss der COVID-19-Pandemie" Veränderte saisonale Häufungen: Atemwegsinfektionen und kardiovaskuläre Mortalität unter Einfluss der COVID-19-Pandemie Nach Beginn der COVID-19-Pandemie waren Verschiebungen im zeitlichen Verlauf saisonaler Anstiege von Atemwegsinfektionen sowie von herzbedingten Todesfällen zu beobachten. Die Gründe dafür haben Forschende vom Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie in Plön […]
Mehr erfahren zu: "Hausstaubmilben-Extrakte in Tiermodellen: Zuverlässigkeit und Vergleichbarkeit" Hausstaubmilben-Extrakte in Tiermodellen: Zuverlässigkeit und Vergleichbarkeit Hausstaubmilben (HDM) werden oft in Tiermodellen allergischer Atemwegserkrankungen eingesetzt. Da sich die HDM-Extrakte hinsichtlich Allergenkonzentration und Endotoxinverunreinigung unterscheiden, muss das Modell für jede Charge optimiert werden
Mehr erfahren zu: "CRISPR-Gentherapie für HAE: Positive Phase-III-Studienergebnisse" Weiterlesen nach Anmeldung CRISPR-Gentherapie für HAE: Positive Phase-III-Studienergebnisse In einer Phase-III-Studie erwies sich eine CRISPR-Gentherapie für Hereditäres Angioödem (HAE) als wirksam und sicher. Die Zahl der Anfälle verringerte sich deutlich im Vergleich zu Placebo und die Behandlung wurde […]