Deutsche Herzstiftung fördert Langzeitstudie zur Verbesserung des Überlebens nach plötzlichem Herztod9. November 2023 Bild: ©Pijitra/stock.adobe.com Die Klinik für Rhythmologie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Lübeck, und das Institut für Herzinfarktforschung in Ludwigshafen erhalten eine Förderung in Höhe von 122.000 Euro von der Deutschen Herzstiftung für ein wegweisendes Forschungsprojekt. Das Projekt zielt darauf ab, die Langzeitprognose von Überlebenden des plötzlichen Herztods, insbesondere in Bezug auf die Implantation von Cardioverter-Defibrillatoren (ICD), umfassend zu erforschen. Jährlich versterben in Deutschland schätzungsweise 65.000 Menschen am plötzlichen Herztod. Ursache hierfür ist oft Kammerflimmern. In diesem Fall kann ein Mensch nur durch eine Reanimation gerettet werden. Überlebende haben ein erhöhtes Risiko für das erneute Auftreten gefährlicher Arrhythmien, den meisten wird daher ein ICD implantiert. Bislang ist wenig über Langzeitprognose von Überlebenden des plötzlichen Herztodes bekannt. Wie viele Menschen leben nach zehn Jahren noch? Neben den klinischen Daten und der Prognose der Grunderkrankung sind auch technische Daten wie die Haltbarkeit und Funktionalität der implantierten Geräte von großem wissenschaftlichem Interesse: Welche Patientinnen und Patienten profitieren besonders von bestimmten Geräten? Gibt es Patientencharakteristika, die eine Langzeitprognose günstig beeinflussen? Wirken sich bestimmte Techniken bei der Implantation positiv auf die Haltbarkeit der Geräte aus? In einer groß angelegten 10-Jahres-Nachsorgestudie zielt die „EP Study Group“ unter der Leitung von Prof. Roland Tilz, Direktor der Klinik für Rhythmologie und Lehrbeauftragter an der Universität zu Lübeck, darauf ab, anhand von 800 Patientendaten diese wichtigen Fragen zur Verbesserung der Patientenversorgung zu beantworten. Dabei greift das Forschungsteam des Universitären Herzzentrums Lübeck und des Instituts für Herzinfarktforschung auf die klinischen Daten von Patientinnen und Patienten und Daten von ICD-Geräten aus deutschlandweit 44 Zentren zurück, die im Deutschen Device Register gesammelt wurden. Die ersten Ergebnisse der Studie werden für Ende 2024 erwartet.
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