Deutsche Hochschulmedizin: SVR-Gutachten bestärkt Notwendigkeit der Krankenhausreform20. Januar 2023 Matthias Frosch (l.) und Jens Scholz (Fotos: Regina Sablotny/UKSH) Das am 19. Januar vorgestellte Gutachten des Sachverständigenrates zur Resilienz im Gesundheitswesen (wir berichteten) ist auch für die Deutsche Hochschulmedizin eine Bestätigung für einen Strukturwandel in der Krankenhausversorgung. Den Universitätskliniken und der Forschung solle dabei eine besondere Rolle zufallen. „Wie die Versorgung in einer Krise gut und schnell gesteuert werden kann, haben die in der Corona-Pandemie etablierten regionalen Versorgungsstrukturen und Koordinationsmechanismen gezeigt. Die Steuerung in einer Region hat hier oftmals ein Universitätsklinikum übernommen. Das könnte als Vorlage für eine künftige Krankenhauslandschaft wegweisend sein, damit der stationäre Versorgungssektor für künftige Herausforderungen besser gewappnet ist“, sagt Prof. Jens Scholz, 1. Vorsitzender des Verbandes der Universitätsklinika Deutschlands e.V. Die Corona-Pandemie habe zudem gezeigt, dass die Universitätsmedizin nicht nur eine entscheidende Rolle bei der Akutversorgung gespielt hat, sondern auch ein wichtiger Ansprechpartner für die Politik in zahlreichen lokalen, regionalen und nationalen Krisen- und Beratungsstäben gewesen ist. „Eine gut strukturierte Transformation der Krankenhauslandschaft mit einer gestärkten Universitätsmedizin und ein dringender Nachholprozess bei der Digitalisierung sind aus unserer Sicht ganz wesentliche Faktoren für ein widerstandsfähiges Gesundheitswesen“, ergänzt Scholz. Die Deutsche Hochschulmedizin verweist darauf, dass der Sachverständigenrat bereits in einem Gutachten von 2018 Vorschläge für eine gestufte Versorgung und damit verbundene Finanzierung des stationären Sektors gemacht hat. Die Regierungskommission habe mit ihren Empfehlungen, die Bund und Länder in ihren anstehenden Beratungen über die Krankenhausreform als Grundlage verwenden werden, daran angeknüpft. Damit das Gesundheitssystem schnell auf Krisen reagieren kann, müssten zudem Erkenntnisse aus der Forschung direkt in die Versorgung gebracht werden. Auch hier seien in der Pandemie Netzwerke wie das Netzwerk Universitätsmedizin (NUM) entstanden. Diese Strukturen wolle der Sachverständigenrat weiter bereithalten, betont die die Deutsche Hochschulmedizin. „Das Gutachten zeigt sehr klar auf, dass wir in Deutschland die Forschung stärken müssen, um auch gegen unvorhersehbare Ereignisse gewappnet zu sein“, so Prof. Matthias Frosch, Präsident des Medizinischen Fakultätentages. „Dafür bedarf es neuer Förderformate, die sowohl langfristig und verlässlich planbar sind als auch echte Freiräume für unkonventionelle Themen und Lösungen bieten. Das bedeutet, dass wir in der biomedizinischen und klinischen Forschung noch mehr auf kooperative Formate und dauerhaft etablierte Infrastrukturen wie das NUM und die Medizininformatik-Initiative (MII) setzen müssen“, erklärte Frosch weiter.
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