Deutsche Krebshilfe fördert OLIGOMA-Strahlentherapiestudie12. Februar 2019 Foto: © Thomas Hecker – fotolia.com Die Prognose für Patientinnen mit metastasiertem Mammakarzinom hat sich in den vergangenen Jahren weiter verbessert. Allerdings sind medikamentöse Therapien allein nicht in der Lage, die Erkrankung dauerhaft zu heilen. Um die Therapie weiter zu verbessern, wird am Brustkrebszentrum Campus Kiel die OLIGOMA-Studie durchgeführt. Die Deutsche Krebshilfe fördert diese Studie mit 1,8 Millionen Euro. In den vergangenen Jahren konzentrierte sich die klinische Forschung zunehmend auf ein Teilkollektiv mit limitierter Metastasierung, sog. Oligometastasierung. Mit diesem Begriff werden Situationen bezeichnet, in denen nur wenige Metastasen klinisch detektierbar (erkennbar) sind. In den meisten Studien werden Patientinnen mit drei bis fünf Metastasen eingeschlossen. Patientinnen mit Oligometastasierung scheinen eine bessere Prognose zu haben; dies betrifft vor allem Patientinnen mit sehr wenigen Metastasen. Für dieses ausgewählte Kollektiv sind in kleinen Kollektiven 5-Jahres-Überlebensraten von bis zu 50 Prozent beschrieben worden. Die Patientinnen hatten in diesen Fallserien eine lokale Therapie der Metastasen (meistens eine Operation) erhalten. Neben der Systemtherapie haben sich in den vergangenen Jahren auch die Diagnostik und lokale Therapien entscheidend verbessert. Mit modernen bildgebenden Verfahren können schon sehr kleine Herde entdeckt und mit verschiedenen lokalen Therapieverfahren potenziell kurativ behandelt werden. Daraus wurde die Annahme entwickelt, dass oligometastasierte Erkrankungen möglicherweise durch eine Kombination aus Systemtherapie und lokaler Therapie der Metastasen längerfristig zurückgedrängt und auch dauerhaft geheilt werden können. „OLIGOMA ist eine randomisierte Studie, in der der Stellenwert einer lokalen Therapie als Ergänzung zur medikamentösen Therapie bei Patientinnen mit oligometastasiertem Mammakarzinom, d.h. bis zu fünf klinisch detektierte Metastasen, geprüft wird“, erklärt Prof. Jürgen Dunst, Direktor der Klinik für Strahlentherapie, unter dessen Leitung die OLIGOMA-Studie Mitte 2019 starten wird. Bundesweit werden mindestens 50 große Kliniken teilnehmen. Das Brustzentrum am UKSH, Campus Kiel, fungiert als Referenzzentrum. In dieser randomisierten Studie soll geprüft werden, ob eine zusätzlich zur medikamentösen Therapie applizierte lokale Bestrahlung von Metastasen bei Patientinnen mit einem oligometastasierten Mammakarzinom das progressionsfreie Überleben verbessern und damit den Krankheitsverlauf günstig beeinflussen kann. „In die Studie können Patientinnen mit maximal fünf Metastasen eingeschlossen werden, die eine palliative medikamentöse Therapie, d.h. eine Chemotherapie oder endokrine Therapie oder eine Therapie mit anderen Substanzen erhalten. Die Art der Systemtherapie ist dabei nicht festgelegt und sie ist unabhängig von der Strahlentherapie. Es wird angenommen, dass die Metastasen durch die zusätzliche Radiotherapie längerfristig besser kontrolliert werden und dass dadurch die Zeit bis zur Progression verlängert wird“, erläutert Prof. Kathrin Dellas, Oberärztin der Klinik für Strahlentherapie am Campus Kiel. Dellas, die an der Medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) eine Stiftungsprofessur für Translationale Radioonkologie innehat, ist maßgeblich an der Durchführung der Studie beteiligt. „Im Brustzentrum Kiel haben Patientinnen mit Brustkrebs die Möglichkeit, an klinischen Studien teilzunehmen und so frühzeitig neuartige und vielversprechende operative, medikamentöse und strahlentherapeutische Behandlungen zu erhalten. Die behandelnden Ärzte legen dabei ein besonders großes Augenmerk auf eine verbesserte Lebensqualität der Frauen. Die neue Strahlentherapiestudie OLIGOMA ergänzt das bereits umfassende Angebot an Behandlungsoptionen“, betont Prof. Nicolai Maass, Direktor der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe und Leiter des Brustzentrums am Campus Kiel. Endgültige Ergebnisse werden in fünf bis acht Jahren vorliegen.
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