DFG-Förderung zu Mechanismen und Störungen der Gedächtniskonsolidierung

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Die DFG fördert den von der Humboldt-Universität koordinierten Sonderforschungsbereich „Mechanismen und Störungen der Gedächtniskonsolidierung: Von Synapsen zu Systemen“ für weitere vier Jahre. Partner sind die Charité – Universitätsmedizin und weitere Institutionen.

Von jungen Zebrafinken, die von ihren Vätern das Singen lernen, über Nagetiere, die Muster erkennen, um den Weg zu einer Futterstelle zu finden, bis hin zu Menschen, die sich Wörter in der richtigen Reihenfolge merken – überall stellt sich dieselbe Frage: Wie speichert das Gehirn Informationen und wandelt sie in langfristiges Wissen, Einstellungen und Fähigkeiten um? Dies ist der Schwerpunkt des Sonderforschungsbereichs (SFB) 1315 „Mechanismen und Störungen der Gedächtniskonsolidierung: Von Synapsen zu Systemen“, der am Institut für Biologie der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) angesiedelt ist. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat die Förderung um weitere vier Jahre mit insgesamt über 13 Millionen Euro verlängert.

In seiner dritten und letzten Förderphase wird der SFB weiterhin die Auswirkungen von Schlaf, Alterung und Erkrankungen wie Demenz und Alzheimer auf das Gedächtnis untersuchen. „Neu ist, dass wir Stoffwechselprozesse untersuchen und uns in allen Projekten intensiver auf spezifische Lernmuster konzentrieren“, erklärt Matthew Larkum, Professor für Neuronale Plastizität an der HU und Sprecher des SFB. Wie genau wird beispielsweise das Abrufen einer Wortfolge durch das bereits vorhandene Wissen („Schemata“) beeinflusst und in dieses integriert? In verschiedenen Teilprojekten der Charité – Universitätsmedizin werden VR-Headsets eingesetzt, um Situationen zu simulieren und die Gedächtnisleistung von Kindern und Erwachsenen zu untersuchen.

Larkum führt an, dass eine zentrale Erkenntnis der Phasen 1 (2018 bis 2022) und 2 (2022 bis 2026) darin besteht, dass die entscheidende Grundlage für das Langzeitgedächtnis eines Ereignisses kurz nach dessen Eintreten gelegt wird: „Dies geschieht innerhalb der ersten 20 bis 30 Minuten. Unsere Grundlagen- und klinischen Forschungsprojekte haben dies immer wieder gezeigt – auch wenn der Lernprozess selbst über Tage, Wochen oder sogar Jahre hinweg weiter gefestigt wird.“

Der SFB erforscht die Gedächtnisbildung bei verschiedenen Spezies, darunter Menschen, Vögel, Fliegen, Nagetiere und Bienen. Er verbindet molekulare, zelluläre, netzwerkbasierte und verhaltensbezogene Ansätze, um die dynamische Entwicklung des Gedächtnisses aufzudecken – vom Hippocampus bis hin zur kortikalen Integration. „Dies führt zu einem außergewöhnlichen interdisziplinären Austausch“, betont Larkum: „Wir haben festgestellt, dass die für die Gedächtniskonsolidierung entscheidenden molekularen Prozesse sowohl bei Fliegen als auch beim Menschen beobachtet werden können.“

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