DGI fordert rasches und konsequenteres Handeln zur Verlangsamung des Infektionsgeschehens11. März 2020 Foto: © Vadzim Kushniarou – Adobe Stock In Anbetracht der steigenden Infektionszahlen mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 unterstützen die Experten der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie (DGI) ausdrücklich die Empfehlungen von Jens Spahn, Großveranstaltungen in Deutschland abzusagen. Zudem plädieren die Experten der DGI dafür, dass die Behörden rasch über weitere Maßnahmen zur Einschränkung des öffentlichen Lebens beraten. Konsequentes und rasches Handeln sei nun erforderlich, um das Infektionsgeschehen zu verlangsamen und das Gesundheitssystem zu entlasten, so die Experten der DGI. „Mit Sorge betrachten wir momentan die Situation in Italien, wo trotz umfassender Maßnahmen und intensiver Bemühungen der im Gesundheitswesen Tätigen, die Infektionszahlen und Todesfälle derzeit weiter zunehmen und das Gesundheitssystem massiv unter Druck gerät“, sagt Professor Dr. med. Bernd Salzberger, Leiter der Infektiologie am Universitätsklinikum Regensburg und Vorsitzender der DGI. Italien meldet aktuell 9172 Infektionen und 464 Todesfälle (Stand 10.3.2020). Um eine ähnliche Entwicklung in Deutschland zu verhindern, müsse hierzulande nun rascher und konsequenter gehandelt werden: So ruft die DGI dazu auf – anknüpfend an die Empfehlungen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn – Großveranstaltungen generell deutschlandweit abzusagen. Dies geschehe derzeit noch zu zögerlich, aktuell fänden bundesweit beispielsweise noch immer Sport- oder Kulturveranstaltungen mit mehreren tausenden Zuschauern statt, so die Experten der Fachgesellschaft. Zudem sollten die zuständigen örtlichen Gesundheitsbehörden über weitere, regional sinnvolle Maßnahmen zur Eindämmung beraten und diese entschieden umsetzen. In Deutschland hat das Robert Koch-Institut (RKI) aktuell 1139 Infektionen mit SARS-CoV-2 registriert, zwei Personen sind verstorben (Stand 9.3.2020). Aktuell schätzt das RKI die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland insgesamt als mäßig ein. Diese Gefährdung variiere aber von Region zu Region und sei in besonders betroffenen Gebieten höher. Die Situation ist derzeit von einer hohen Dynamik geprägt und wird daher täglich neu bewertet. Die Krankheitsverläufe variieren stark, von symptomlosen Verläufen bis hin zu schweren Pneumonien, die zu Lungenversagen und zum Tod führen können. Das höchste Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf und Tod haben den aktuellen Daten zufolge Menschen über 60 Jahre sowie Menschen mit Grunderkrankungen.
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