DGIM gibt neue „Klug entscheiden“-Empfehlungen heraus

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Insgesamt acht neue Empfehlungen haben die internistischen Schwerpunktgesellschaften unter der Führung der Konsensus-Kommission „Klug entscheiden“ der Deutschen Gesellschaft für Inneren Medizin e. V. (DGIM) aktuell im „Deutschen Ärzteblatt“ veröffentlicht.

Die Empfehlungen adressieren wie die vorangehenden 171 Empfehlungen Über- und Unterversorgung im Gesundheitswesen und sollen Ärztinnen und Ärzten für das Thema sensibilisieren und konkrete Hilfestellungen im Alltag geben. Darunter sind 5 Negativ-Empfehlungen aus den Schwerpunkten Nephrologie, Hämatologie, Infektiologie und Kardiologie sowie 3 Positiv-Empfehlungen aus der Kardiologie, Infektiologie und Gastroenterologie. „Dass wir erneut mehr Negativ- als Positiv-Empfehlungen aussprechen, korrespondiert mit der Tatsache, dass Überversorgung im medizinischen Alltag das größere Problem darstellt“, sagt Prof. Sebastian M. Schellong, Vorsitzender der Konsensus-Kommission Klug entscheiden aus Dresden..

Eine der Negativ-Empfehlungen besagt beispielsweise, dass bei chronischen Wunden keine oberflächlichen Abstriche auf Bakterien entnommen werden sollten, wenn kein klinischer Verdacht auf eine Infektion vorliegt, also Rötungen, eitrige Beläge, Wärmebildung oder Schmerzen bei den Betroffenen. Denn die Ergebnisse seien irreführend und führten dann häufig zu einer unnötigen Antibiotika-Therapie mit dem Risiko der Resistenzentwicklung. Wenn tatsächlich eine Infektion vorliegt, soll die Erregerdiagnostik stattdessen mit Hilfe von Proben aus tieferen Gewebeschichten abgeklärt werden.

Laut Schellong beginnt die Kommission bereits, die älteren der fast 180 Empfehlungen, die in den vergangenen acht Jahren erarbeitet wurden, zu revidieren und gegebenenfalls zu überarbeiten, „damit sie weiterhin den neuesten Stand des medizinischen Wissens abbilden“. „Von den Empfehlungen profitieren Kolleginnen und Kollegen in der täglichen Arbeit in Klinik und Praxis, wann immer sie sich für oder gegen eine bestimmte diagnostische oder therapeutische Maßnahme entscheiden müssen “, so der Internist.

„Die ‚Klug entscheiden‘-Initiative hilft nicht nur Medizinerinnen und Medizinern im ärztlichen Alltag, sondern schützt auch unsere Patientinnen und Patienten vor unnötigen Prozeduren und spart vermeidbare Kosten“, erklärt auch der Vorsitzende der DGIM Prof. Jan Galle. „In Zeiten überlasteter Versorgungsstrukturen und knapper Kassen ist ‚Klug entscheiden‘ daher heute wichtiger denn je und sollte möglichst allen Kolleginnen und Kollegen bekannt sein“, bestätigt auch DGIM-Generalsekretär Prof. Georg Ertl.